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Schlussstrich gezogen Zürcher Parlament segnet Kauf der «Gammelhäuser» nachträglich ab

Es war ein teurer und – wie sich später herausstellte – voreiliger Kauf des Zürcher Stadtrats, als er im Februar 2017 drei als «Gammelhäuser» bekannt gewordene Liegenschaften im Langstrassenquartier erwarb.

Am Mittwochabend hat nun das Parlament dem Kauf von zwei der drei Liegenschaften nachträglich zugestimmt und für den Kauf sowie deren Instandsetzung insgesamt 32 Millionen Franken gesprochen.

Wohnraum für sozial Benachteiligte

Die insgesamt 74 Wohnungen sollen künftig von der Abteilung Soziale Einrichtungen und Betriebe (SEB) des Zürcher Sozialdepartements vermietet werden. Zum einen soll an der Neufrankengasse 6 in Form eines Pilotprojekts ein Angebot für sogenannte «betreuungsresistente Einzelpersonen» geschaffen werden. In der Nachbarliegenschaft Neufrankengasse 14, die 1972 erbaut wurde, sind Wohnungen für Einzelpersonen und Paare geplant, die zwar wenig Betreuung benötigen, aber von Obdachlosigkeit bedroht sind.

Die Mieten in beiden Häusern, die für eine Zwischennutzung von rund 15 Jahren bewohnbar gemacht werden, sind kostendeckend, rechnete der Stadtrat vor.

Hat die Stadt zu viel bezahlt?

Widerstand gegen die beiden Geschäfte gab es am Mittwoch im Zürcher Gemeinderat von Seiten der SVP, FDP und CVP. Für sie war der Kaufpreis der Liegenschaften zu hoch. «Man hätte die Liegenschaften nicht kaufen sollen», hiess es von Seiten der FDP. Für die CVP ist zudem der Bedarf für die ausgewiesenen Zwecke nicht gegeben und die SVP kritisierte unter anderem die Lage – vor allem für die betreuungsresistenten Einzelpersonen. «An der Langstrasse bekommen sie alles, was Gott verboten hat», sagte ein SVP-Vertreter.

Die Befürworter von SP, Grüne, GLP und AL sprachen hingegen von einem «sinnvollen Projekt» und einer «willkommenen Lückenschliessung im Angebot des SEB». Auch die Nähe zu anderen ergänzenden Angeboten überzeuge. Die GLP zeigte sich zudem davon überzeugt, dass die Stadt durch den dringlichen Kauf keinen Schaden erlitten habe. Die SP erklärte, der Kauf habe bereits beruhigend aufs Quartier gewirkt.

Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) betonte nochmals, dass das Geschäft vor allem durch die «untragbare Situation» in den Häusern getrieben worden sei. «Wir mussten handeln», sagte er. Zwar seien die Liegenschaften nicht günstig, aber man brauche auch für diesen Teil der Bevölkerung Lösungen. «Die Häuser sind dafür geeignet».

Eine Liegenschaft noch ausstehend

Damit ist nur noch der Kauf einer dritten Liegenschaft an der Magnusstrasse offen, den das Zürcher Verwaltungsgericht nach einem Rekurs ebenfalls aufgehoben hatte. Der Stadtrat wird auch diesen Kauf dem Parlament nachträglich vorlegen. Geplant sind dort Familien- und Etagenwohnungen.

Der Kaufpreis für die drei Liegenschaften betrug insgesamt 32,3 Millionen Franken. Kaufgeschäfte von mehr als 2 Millionen muss der Stadtrat normalerweise dem Gemeinderat vorgängig unterbreiten.

Audio
Kauf der Zürcher «Gammelhäuser» nun auch rechtlich gültig
02:03 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 11.04.2018.
abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Meine Befürchting: falls dann durch die «betreuungsresistenten Einzelpersonen» die Wohnungen bald genau so aussehen wie vorher, als sie noch in den Händen eines privaten Vermieters waren, wird der Stadt aufgehen, was das eigentliche Problem ist, aber zugeben, dass man ein strukturelles Problem dort hat, wird mann immernoch nicht...
    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Richtig auf den Punkt gebracht. Dem gibt es nichts beizufügen. Ich sehe das auch so. Für Randgruppen kann es fast nicht teuer genug sein. Und natürlich müssen diese auch möglichst zentral auf Kosten der Steuerzahler wohnen.
  • Kommentar von Beat Gurzeler  (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Da heisst nachträglich noch Gesetzeskonform gemacht.