Schongebiete statt Schonzeiten für die Pilze im Kanton Zürich?

Schonzeiten für Pilze bringen nichts, finden drei Zürcher Kantonsräte und verlangen, dass das 10tägige Sammelverbot für Pilze aufgehoben wird. Stattdessen sollen gefährdete Pilze mit Schongebieten geschützt werden. Vor vier Jahren wollte die Regierung von einer Aufhebung der Schonzeit nichts wissen.

Prächtige Steinpilze auf und um eine Küchenwage Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Kilo Pilze pro Kopf und Tag sind in Zürich ausserhalb der Schonzeit erlaubt. Diese Mengenbeschränkung soll bleiben. Keystone

Die Beschränkung der Sammeltage für Pilze soll im Kanton Zürich fallen, wenn es nach dem Willen der drei Kantonsräte geht. Sie stützen sich für diese Forderung auf wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass das Sammeln der Fruchtkörper den Pilzen nicht schadet.

Trampeln ist schädlicher

Stattdessen sollen Pilzschutz-Gebiete eingeführt werden, in denen der Wald nicht betreten werden darf. Denn die Forschungen zeigen auch, dass dies den Pilzen mehr schadet als wenn man ihnen die Köpfe abschneidet. Der Pilzexperte Simon Egli von der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft bestätigt gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» diesen Befund.

Die Regierung müsste allerdings in Sachen Pilzschutz die Meinung ändern. Vor vier Jahren stellte sie sich auf den Standpunkt, die Schonzeit für die Pilze sei auch eine Schonzeit für den Wald, weil sich vor allem die Pilzfreunde abseits der Wege bewegen. Das legte er in der Antwort auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat dar.