Schrecken im Küsnachter Tobel - ein Jahr danach

Das Küsnachter Tobel ist ein lauschiger Ort. Aber nicht nur. Vor einem Jahr löste sich ein riesiger Felsbrocken. Der 250 Tonnen schwere Koloss ist heute eine Attraktion. Er bleibt den künftigen Generationen als Mahnmal erhalten.

Die Erinnerungen sind noch frisch. Ruedi Günthard war in der Nähe, als sich der Brocken löste. Um ein Haar wäre der passionierte Reiter am 24. April vor einem Jahr durch das Küsnachter Tobel geritten. Unterwegs auf der anderen Route, hörte er, wie es knackte und rumpelte. Auch der pensionierte Schwimmlehrer Walter Hohl hatte Glück - er joggte wenige Minuten zuvor an der Absturzstelle vorbei.

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Der Felssturz im Küsnachter Tobel verdeutlichte die unberechenbare Kraft der Natur. Wenige Tage zuvor hatten Geologen die Hänge des Tobels überprüft und keine Gefahr erkannt. Für Andreas Fischer kein Grund zur Sorge, sondern eine tröstliche Erkenntnis: «Das Tobel lebt. Es hat viele Kräfte, die unsichtbar sind.» Andreas Fischer ist Präsident des Küsnachter Verschönerungsvereins und ein ausgewiesener Kenner des Küsnachter Tobels.

«Ein Gruss der Natur»

Fischer hat sich bei der Gemeinde dafür eingesetzt, dass der Felsbrocken liegen bleiben kann. Die Behörden wollten ihn aus Sicherheitsgründen entfernen. Der Dorfchronist Alfred Egli unterstützte die Rettungsaktion: «Das ist ein Naturdenkmal. Da hat uns die Natur einen Gruss geschickt. Das muss erhalten bleiben.» Der Protest hat genützt. Die Gemeindeverwaltung lenkte ein. Inzwischen ist der Stein eine Attraktion im Küsnachter Tobel. Der Brocken wurde allerdings eingezäunt.