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Die ZKB hält an ihrem Seilbahngeschenk fest, trotz Kritik
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See-Seilbahn im Clinch Zürcher Gemeinderat stellt sich gegen ZKB-Projekt

Nach hitziger Debatte beschliesst das Parlament eine Resolution. Die ZKB gibt sich unbeeindruckt.

Eine ungewöhnlich lange Rednerliste, eine ungewöhnlich harte Debatte – und das, obwohl von Anfang an klar war, dass die Debatte nichts bringt. Das Zürcher Stadtparlament trug gestern so ziemlich alles zusammen, was sich für und gegen die geplante ZKB-Gondelbahn über das Zürcher Seebecken sagen lässt.

Lieber Schiffe als Gondeln

Auslöser war ein Beschlussesantrag eines grünen und eines alternativen Parlamentariers. Sie forderten das Parlament auf, einer Resolution gegen die Gondelbahn zuzustimmen. Die Resolution fordert den Stadtrat auf, sich dafür einzusetzen, dass die ZKB auf ihr Seilbahn-Projekt verzichtet. Stattdessen soll die Bank beispielsweise eine dauerhafte Schiffs-Querverbindung mit solarbetriebenen Booten spenden.

Die Seilbahn ist eine Zumutung und entspricht keinem Bedürfnis.
Autor: Mischa SchiwowGemeinderat AL

Grüne und AL argumentierten damit, dass das auf fünf Jahre beschränkte Seilbahn-Projekt weder ökologisch noch nachhaltig sei. Die Stationen verstellten Grünraum, seien verkehrstechnisch schlecht angebunden, verschandelten die Landschaft und brächten den Zürcherinnen und Zürchern nichts.

Unterstützung erhielten AL und Grüne von der EVP: Das Projekt äffe die beiden früheren See-Seilbahnen von 1939 und 1959 nach und sei alles andere als innovativ. Die bürgerlichen Befürworter des Seilbahn-Projekts, also FDP und SVP, argumentierten mit dem touristischen Erlebniswert der Anlage und bezeichneten die Kritiker als konservative Spassbremsen.

Die Bahn bietet eine neue und tolle Perspektive auf Stadt, See und Berge.
Autor: Michael SchmidGemeinderat FDP

SP und GLP äusserten sich zwar auch kritisch zum Projekt, hatten jedoch Stimmfreigabe beschlossen. Die grosse Mehrheit der SP-Fraktionsmitglieder stimmte dann aber für die Resolution, sodass diese schliesslich mit 71 Ja- gegen 39 Nein-Stimmen überraschend deutlich durchkam.

Kein politischer Nutzen

Politisch wird die Resolution nichts bringen. Der Stadtrat hat das Seilbahn-Projekt, das die ZKB der Stadt schenkt und diese nichts kostet, schon längst gutgeheissen und wird sich von der Resolution nicht beeindrucken lassen. Viele im Rat sahen den Ausgang der Debatte allerdings als Signal an die ZKB: Die Verantwortlichen der Bank verfolgten die Debatte im Zürcher Rathaus mit.

Kritik lässt ZKB kalt

Rolf Rufer, Projektleiter bei der ZKB erklärte auf Anfrage des Regionaljournals, er habe die Debatte im Gemeinderat miterlebt. Das sei beeindruckend gewesen. Aber der gleiche Rat habe auch den Richtplan bewilligt. Und das sei die rechtliche Grundlage für die Seilbahn. Auch der Stadtrat habe sich dem Projekt gegenüber positiv geäussert. Und diese Faktoren seien wichtig für das Projekt.

Bei so grossen Projekten kann man nie 100-prozentige Zustimmung erwarten.
Autor: Rolf RuferProjektleiter Seilbahn ZKB

Zudem habe eine aktuelle Umfrage gezeigt, dass ein Grossteil der Bevölkerung die Seilbahn befürworte. Die Umfrage sei vom Institut gfs durchgeführt worden bei 1000 Personen. Demnach stünden drei Viertel der Bevölkerung dem Projekt neutral bis sehr positiv gegenüber stehe. Auch in den betroffenen Quartieren liege die Zustimmung bei zwei Dritteln der Bevölkerung.

Die ZKB schenkt der Bevölkerung zu ihrem 150-jährigen Jubiläum eine Luftseilbahn vom Zürcher Tiefenbrunnen zum Mythenquai. Sie soll 80 Millionen Franken kosten und nach fünf Jahren wieder abgebaut werden. Die Fahrgäste sollen für eine einfache Fahrt 14 Franken zahlen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Hätte nicht gedacht, dass ich mal mit SVP und FDP einer Meinung sein werde.
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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Seilbahnen wären einen guten Ersatz für stinkende dieselbetriebene Busse. Es wäre doch schön die Aussicht geniessend, leise über den alltäglichen Stau hinweg zu schweben. Innovativer wäre natürlich über verkehrsbefreite Fussgängerzonen zu schweben. Mich wundert es, dass die Städte noch keine Seilbahnnetze gebaut haben. Vor dem Einsteigen wählt man das Fahrtziel und die Gondel wird entsprechend durch das Netz geleitet. So gelangt man ohne Umsteigen an sein innerstädtisches Fahrtziel.
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  • Kommentar von Peter Singer  (P.S.)
    Seilbahnen sind extrem umweltfreundlich und verbrauchen nur sehr wenig Strom, weil es kaum Reibungswiderstand gibt. Die Idee der Grünen, statt der Seilbahn eine Schiffsverbindung zu machen ist absurd, weil ein Schiff sehr viel mehr Energie verbraucht als eine Seilbahn und diese ist dann auch noch aus fossilen Brennstoffen. Das heisst natürlich nicht, dass ich gegen Schiffsfahrt allgemein bin, aber eine zusätzliche Verbindung würde den Steuerzahler im Gegensatz zur Seilbahn Millionen kosten.
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