Zum Inhalt springen
Inhalt

Workshops zum Islam «Sex und Liebe im Islam interessiert mehr als Radikalisierung»

Legende: Audio Tugba Schussmann klärt Jugendliche in allen Belangen auf (23.4.17) abspielen. Laufzeit 17:26 Minuten.
17:26 min, aus Regi ZH SH vom 23.04.2017.

Radikalisierung, Sex, Verschwörungstheorien: Die Stadt Winterthur hat Workshops für Jugendliche organisiert, die Fragen zum Islam haben. Die Sozialarbeiterin Tugba Schussmann leitet diese Workshops. Im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagt Tugba Schussmann, dass sie glaubt, dass Teenager nach ihren Workshops nicht radikalisiert werden (Auszug aus dem Interview).

SRF: Die Stadt Winterthur hat Ihnen den Auftrag gegeben, mit Jugendlichen über den Islam zu reden. Warum müssen muslimische Jugendliche über ihre Religion aufgeklärt werden?

Tugba Schussmann: Der Islam fällt in den Medien vor allem durch negative Schlagzeilen auf, und die Jugendlichen können diese Berichte noch nicht richtig einordnen. Sie fragen sich, warum ein Muslim in Berlin in eine Menschenmenge fährt oder warum ein Muslim im Zug auf andere Menschen einsticht. Und sie brauchen einen Übersetzer, der ihnen erklärt, was sie eigentlich schon wissen, nämlich dass das kein muslimisches Verhalten ist.

Sie waren in einer Schulklasse in Winterthur und haben einen Workshop gegeben. Was haben Sie mit den Jugendlichen besprochen?

Die Jugendlichen dürfen selbst entscheiden, worüber sie sprechen wollen. Im letzten Kurs waren es vor allem die Themen Liebe und Sex im Islam, Radikalisierung, aber auch Verschwörungstheorien. Es war interessant zu sehen, dass die Jugendlichen mehr über Sex als über Radikalisierung sprechen wollten. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass die Jugendlichen noch nicht so sehr politisiert sind.

Die Stadt Winterthur, hat Sie aber engagiert, um das Thema Radikalisierung anzusprechen. Inwiefern beugt Ihr Workshop Radikalisierungen vor?

Die Bildung ist der Schlüssel. Wer gebildet ist in Bezug auf den Islam, radikalisiert sich nicht. Wir schauen auch mit den Jugendlichen entsprechende Websites an, um ihnen zu zeigen, wie der Islamische Staat sie anlocken möchte, und wir sagen dann natürlich auch, dass das Propaganda ist.

Erreichen Sie denn mit Ihren Workshops überhaupt die potentiell gefährdeten Jugendlichen?

Wir leisten Präventionsarbeit. Wenn sich ein Jugendlicher bereits radikalisiert hat, sind wir die falsche Anlaufstelle. Ich glaube aber nicht, dass sich «meine» Teenager radikalisieren. Wir haben ein sehr breites Angebot, und die Jugendlichen haben auch meine Handynummer. Sie wissen, dass sie sich jederzeit melden können.

(mark;kerf; Regionaljournal Zürich Schaffhausen; 17:30 Uhr)

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Schön und gut. Ich würde aber lieber endlich einmal lesen, warum der Bund nicht endlich den IZRS verbietet und dessen Exponenten beobachtet der gar mit VErfahren belegt! Traut sich SRF vielleicht mal an das Thema heran?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was die beiden extremen "Blancho und Illi" betrifft, geht es sehr wohl um Extremismus und mit Garantie nicht um echten, liberalen, fairen "Glauben"!! Selbstverständlich gibt es auch einfach Menschen, welche der Religion Islam angehören und sich sehr wohl in der Schweiz anpassen, so wie Schweizer sich in eiinem islamistischen Land anpassen....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen