Sexboxen in Zürich-Altstetten: Wo sind die Prostituierten?

Drei Monate nach der Eröffnung der Sexboxen zieht die Fachstelle «Isla Victoria» der Zürcher Stadtmission eine durchzogene Bilanz: Bevölkerung besser vor den Auswirkungen des Strassenstrichs geschützt. Noch ungenügend ist der Schutz der Prostituierten. Denn viele von ihnen sind abgetaucht.

Piktogramm der Sexboxen in Zürich-Altstetten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Sexboxen sollen den Prostituierten mehr Schutz bieten. Tauchen sie dort nicht auf, wird es schwierig. Keystone

Nach der Verlagerung des Strichplatzes nach Zürich Altstetten ist am Sihlquai sofort Ruhe eingekehrt. Längst nicht alle Frauen arbeiten jetzt jedoch in den Sexboxen.

Wohin die Frauen sind, weiss auch Regula Rother von der Fachstelle «Isla Victoria» der Zürcher Stadtmission nicht. Sie befürchtet, dass viele von ihnen in die Illegalität abgetaucht sind und so weiterarbeiten. «So können wir als Beratungsstelle die Frauen schlecht erreichen.»

Mit scharfen Kontrollen vor allem an der Langstrasse hat die Polizei bis jetzt die Bildung einer neuen Szene verhindern können. «Der Schutz der Bevölkerung ist gelungen, derjenige der Prostituierten nicht.» Für Regula Rother ist deshalb die neue Prostitutionsverordnung erst zum Teil erfüllt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Strichplatz in Zürich funktioniert

    Aus Tagesschau vom 22.10.2013

    Vor zwei Monaten ist im Zürcher Quartier Altstetten der Strichplatz mit sogenannten Sexboxen eröffnet worden. Jetzt hat die Stadt erstmals Bilanz gezogen. Die Verantwortlichen sind mit dem Betrieb zufrieden, auch wenn sowohl weniger Prostituierte wie auch Freier im Park zu Gange sind, als noch auf dem Strassenstrich.