Silvia Steiner soll CVP-Regierungsratssitz zurückerobern

Die Zürcher CVP will wieder mitregieren: An einer Sitzung vom Dienstagabend hat der Kantonalvorstand die Kantonsrätin und Staatsanwältin Silvia Steiner bestimmt. Sie soll den im Jahr 2011 an die Grünen verlorenen Sitz im Regierungsrat zurückzuerobern.

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Bildlegende: Die Zürcher CVP will wieder nach oben: Silvia Steiner soll einen Sitz im Regierungsrat erobern. Keystone

CVP-Kantonalpräsidentin Nicole Barandun lobt ihre Kandiatin in den höchsten Tönen: «Silvia Steiner ist eine sehr erfahrene Politikerin, sie ist schon lange im Kantonsrat und hat durch ihren Beruf eine breite Erfahrung in der kantonalen Verwaltung.» Zudem habe sie Führungsqualitäten.

Silvia Steiner sitzt seit sieben Jahren für die CVP im Kantonsrat und arbeitet als Staatsanwältin. Früher war Steiner Chefin der Stadtzürcher Kriminalpolizei. Ob Silvia Steiner tatsächlich offizielle Kandidatin der CVP wird, entscheiden die Delegierten aber erst am 2. April. Die Regierungsratswahlen finden dann im April 2015 statt.

Menschenhändler im Visier

Als Staatsanwältin wurde Silvia Steiner bekannt, weil sie verschiedene grosse Prozesse gegen Menschenhändler aus dem Sexmillieu geführt hat. Im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagt Silvia Steiner: «Es ist wichtig, dass im Regierungsrat auch Leute vertreten sind, die einer echten Mitte, einer vermittelnden Mitte angehören.»

Auch CVP-Kantonsrat und Fraktions-Chef Philipp Kutter wurde als Kandidat gehandelt, ebenso wie der Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle. Für die CVP scheint das Geschlecht aber eine entscheidende Rolle zu spielen. Es brauche weitere Frauen in der Regierung, schreibt sie in ihrer Mitteilung.

Bürgerliches Bündnis?

Mit einem Wähleranteil von nur gerade fünf Prozent ist die CVP auf Unterstützung durch andere Parteien angewiesen. Ihr schwebt daher ein bürgerliches Wahlbündnis vor. «Wir haben schon Signale, dass die anderen Parteien darüber diskutieren möchten, ob die Gespräche zum Ziel führen, werden wir sehen», sagt CVP-Präsidentin Nicole Barandun im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

CVP schielt auf den Sitz von Martin Graf

Seit April 2011 ist die CVP nicht mehr im Regierungsrat vertreten. Damals wurde Hans Hollenstein abgewählt. Der Grüne Martin Graf erbte seinen Sitz. Die CVP habe nicht explizit Grafs Sitz im Visier, sagt Nicole Barandun, meint dann jedoch: «Wenn ein Regierungsrat in der Kritik steht und nicht ganz so fest im Sattel sitzt, dann hilft uns das natürlich.» Die CVP gehört im Zusammenhang mit dem «Fall Carlos» zu den lautesten Kritikern des zuständigen Regierungsrates Martin Graf.