Experimentelles Theater Singsaal und Konzerthalle als Akteure auf der Bühne

Eine Frau steht in einem Winkel des Gewölbes aus Sandsteinblöcken. vor sich eine Art Teppich aus Parkettimitat. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im leeren Kellergewölbe der Winkelwiese entfaltet sich das Stück des Zürcher Autors Andreas Liebmann. zvg Winkelwiese/Caroline Palla

Eine leere Bühne, zwei Musiker und ihre Instrumente: Eine Flöte, eine Trommel, ein Saiteninstrument. Mit dieser Szene beginnt das Stück «Unsere musikalischen Prinzipien» des Zürcher Autors und Regisseurs Andreas Liebmann. Es versucht Demokratie mit musikalischen Mitteln darzustellen.

Die Szene spielt im kleinen Zürcher Theater Winkelwiese. Seit 50 Jahren ist die Winkelwiese ein Ort, in dem junge Regisseurinnen und Regisseure neues ausprobieren können. Andreas Liebmann gehört zu diesem Kreis, der vom Theater Winkelwiese für seine Experimente eine Bühne erhält.

Damoklesschwert Subventionskürzung

Die Politik beäugt das Geschehen in der Villa Tobler teilweise mit Skepsis. Erst gut ein Jahr ist es her, dass im Zürcher Stadtparlament darüber gestritten wurde, ob der Winkelwiese nicht die Subventionen gekürzt werden sollen. Der Antrag von bürgerlicher Seite wurde damals nur knapp abgelehnt.

Genau zu diesem Zeitpunkt übernahm Manuel Bürgin die Leitung des Theaters. Dieses finanzielle Damoklesschwert sei für ihn eine Herausforderung gewesen, er gewinnt ihm aber auch Positives ab: Es sei die Grundlage gewesen für eine gute Diskussion, die bis heute anhalte.

Wechsel im Stammpublikum

Inzwischen sieht sich Manuel Bürgin in der Winkelwiese angekommen. Zwar seien einige Leute weggeblieben, die frühere zum Stammpublikum gehört hatten. Einige von ihnen seien jedoch wieder zurückgekehrt, weil sie gemerkt hätten, dass die Winkelwiese noch immer die erste Adresse in Zürich sei für zeitgenössische Dramatik. Manuel Bürgin freut sich aber auch darüber, dass heute mehr junge Leute die Winkelwiese besuchen.