«Smartvote» für Lesben und Schwule

Alle Kandidatinnen und Kandidaten für den Zürcher Regierungsrat stehen Anliegen der Homosexuellen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Es gibt jedoch Unterschiede, wie eine Umfrage der Homosexuellen Arbeitsgruppe Zürich (HAZ) zeigt. Als Einziger füllte Ernst Stocker den Fragebogen nicht aus.

Schwule Männer geben sich die Hand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch Homosexuelle sollen heiraten dürfen - das finden alle Regierungsräte und Regierungsrats-Kandidaten. Keystone

«Sollen homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen?» Oder: «Soll Homosexualität ein Thema in der Schule sein?». Solche und ähnliche Fragen stellte die HAZ allen elf Kandidatinnen und Kandidaten für die Zürcher Regierungsratswahlen.

«Ich bin positiv überrascht», fasst Patrick Hadi Huber, Präsident der HAZ, die Resultate der Umfrage zusammen. Tatsächlich zeigten sich alle Kandidaten aufgeschlossen gegenüber den Anliegen der Schwulen und Lesben. So sprachen sich alle für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aus.

Stocker passte als Einziger

Einzig SVP-Regierungsrat Ernst Stocker beantwortete die Fragen nicht. Auch er liess jedoch verlauten, dass er Homosexuelle «voll und ganz» akzeptiere und respektiere. Gewisse Anliegen würden ihm jedoch zu weit gehen.

Einfluss auf Wahlausgang

Politologe Michael Hermann geht davon aus, dass dieses «Smartvote» für Homosexuelle bei den Betroffenen viel Beachtung findet. «Diese Leute wählen über Parteigrenzen hinaus Kandidaten und Kandidatinnen, die für ihre Anliegen einstehen». Deshalb - so Hermann - könne eine solche Umfrage durchaus Einfluss auf den Wahlausgang haben.