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Balkon-Demo statt Umzug: Die Reportage
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 01.05.2020.
abspielen. Laufzeit 02:38 Minuten.
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Solidarität vom Balkon Das war der 1. Mai 2020 in Zürich

Der Morgen: Lärmdemo und viel Solidarität

Im links-grünen Zürcher Kreis 4 wurde am Freitagvormittag kräftig Lärm gemacht: Mit Trillerpfeifen, Blasinstrumenten oder mit Pfannen demonstrierten die Menschen bei sich Zuhause für bessere Löhne. Aufgerufen zur Aktion hatte der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich.

Einige gingen zum Demonstrieren aber auch auf den Helvetiaplatz, wo der Zürcher 1.Mai-Umzug traditionellerweise startet. Kleine Gruppen standen mit Abstand und schwenkten rote Fahnen oder klingelten mit ihren Velo-Klingeln. Unter Beobachtung der Polizei, welche die Demonstrierenden schliesslich zum Verlassen des Platzes aufforderte.

Dass die traditionellen Kundgebungen zum Tag der Arbeit ausfallen, bedauern viele prominente Linke in der Stadt Zürich. Den 1. Mai zu feiern sei ihr wichtig, sagt etwa die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch. «Vielleicht wird einem durch das Fehlen der Kundgebungen gerade erst bewusst, das dies der Tag der Solidarität ist - und wie wichtig Solidarität in diesen Tagen.»

Solidarität zeigen, etwa mit den Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten: Ein häufig gehörter Aufruf am 1. Mai 2020, auch in Zürich. «Es ist extrem schön, die Wertschätzung der breiten Öffentlichkeit zu spüren», sagt Nicole Oberhänsli. Sie ist die Interimspräsidentin des Pflegepersonalverbands Zürich und arbeitet in der Spitex. Oberhänsli sagt, die Solidarität müsse aber auch über den Tag hinaus anhalten.

Der Nachmittag: Nachdemo und Nulltoleranz

Trotz Verbot versammelten sich im Laufe des Tages immer wieder Aktivisten zu mehreren Mini-Demonstrationen. Die Stadtpolizei Zürich setzte auf Nulltoleranz und löste die Versammlungen auf und nahm über ein Dutzend Personen fest. Es gab Sachbeschädigungen, etwa am Gebäude einer Bank. Zu grösseren Ausschreitungen kam es bis am frühen Abend nicht.

Der Helvetiaplatz im Zürcher Kreis 4 zog am Nachmittag einzelne Demonstrierende und viele Schaulustige an. Die Polizei hatte den Platz mit Kastenwagen besetzt und stoppte einzelne Aktionen sofort, etwa als ein Clown ein Absperrband entlang der Strasse aufziehen wollte. Aktivisten, die skandierend mit dem Fahrrad Runden drehten, wurden nicht aufgehalten. Und auch die Langstrasse wurde nicht gesperrt. Bis auf einzelne Böllerschüsse blieb es am Nachmittag weitgehend ruhig im Kreis 4.

Am Bellevue versammelten sich über 100 Personen um gegen die Zustände in der Türkei zu protestieren. Etwa 40 Personen weigerten sich, den Platz zu verlassen. Die Polizei kesselte sie ein und nahm ihre Personalien auf. Sie werden nun bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Rund um die Kontrolle beim Bellevue hätten sich mehrere Personen mit den Kontrollierten solidarisiert, teil die Stadtpolizei Zürich mit. Eine abschliessende Bilanz könne erst am Samstagmittag gezogen werden.

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Tag der Arbeit zu Corona-Zeiten
Aus Schweiz aktuell vom 01.05.2020.
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Regionaljournal Aargau Solothurn, 17.30 Uhr; fumi

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
    Was hat Lärm machen und demonstrieren mit Solidarität zu tun?
  • Kommentar von Peter Imber  (Wasserfall)
    Da gibt es nur ein richtiges und konsequentes Handeln: Alle bestrafen!
  • Kommentar von marcel sigg  (Fideli)
    Nachdemos: Meines Wissens werden diese Nachdemos vor allem von der Rechtsextremen-Szene benutzt um Krawall zumachen. Die schrecken noch weniger als die Linken vor Sachbeschädigungen zurück. Die haben zum grossen Teil auch sehr viele Sympatisanten bei der Polizei (PNOS, S.., etc. !!!