Sonnenkraftwerk, Gefängnis – und Fussballstadion

Das neue Stadion des FC Schaffhausen in Herblingen nimmt Formen an. Schon im Lauf der kommenden Saison sollen die ersten Spiele stattfinden. Kurz vor Saisonstart haben Präsident Aniello Fontana und die Mannschaft das neue Stadion den Medien präsentiert.

Es bietet Platz für 8'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, das Dach ist ein Sonnenkraftwerk und – es hat sogar ein kleines Gefängnis mit zwei Zellen für Hooligans. Das neue Schaffhauser Fussballstadion bietet so einiges.

Im Februar soll der FC Schaffhausen erstmals im neuen Stadion spielen. Noch ist es eine Baustelle. Die Arbeiten seien jedoch im Zeitplan, versicherte FCS-Präsident Aniello Fontana. «Ich bin stolz und freue mich», sagte der Mann, der mit seiner Hartnäckigkeit und seinem Geld das neue Stadion erst ermöglichte. «Damit ist die Zukunft für den Fussball in Schaffhausen sichergestellt.»

Nur wenige beteiligen sich an Kosten

Kleiner Wermutstropfen: Ausser Fontana sind offenbar erst wenige bereit, das finanzielle Risiko mitzutragen. Die Suche nach Aktionären, die sich am 60 Millionen-Bau beteiligen, verlief bisher relativ harzig. Rund 100 Leute hätten sich bisher gemeldet, so Fontana. Das ist noch weit entfernt vom Ziel, rund 20 Prozent der Aktien unter die Leute zu bringen.

Und auch Büroräume und Logen sind noch zu haben. Mindestens was die Logen betrifft, ist der Geschäftsführer des Stadions, Fabio Lenzlinger, optimistisch: «Die Leute mieten keine Loge, so lange sie diese noch nicht gesehen haben.» Nun, da eine erste Musterloge fertig erstellt sie, werde die Vermietung einfacher. Von der Bürofläche seien immerhin schon 80 Prozent vermietet.

Ansonsten herrschte bei der Führung durch die Baustelle purer Optimismus. Michael Scheiwiller, der für den Bau verantwortlich ist, gibt sich zuversichtlich, dass alles rechtzeitig fertig wird. «Wir haben hier ein Super-League-taugliches Stadion mit allem, was dazu gehört», erzählt er auf der Kiesfläche, auf der einmal der Kunstrasen ausgelegt wird. Das Stadion erfüllt alle Anforderungen der Super League bezüglich TV-Übertragungen oder Sicherheit.

Gästefans landen in «Hardcore-Ecke» – oder im Gefängnis

Zur Sicherheit gehört auch der Tribünenbereich für die Gästefans, die «Hardcore-Ecke», wie Scheiwiller sagt. Die Fans werden vom Bahnhof direkt in einen vergitterten Tunnel gewiesen, der zum Gästesektor führt. Dieser ist von 2,5 Meter hohen Gittern umgeben.

Dazu gibt es sogar noch zwei richtige Gefängniszellen. «Die Polizei hat dies gewünscht», erklärt Fabio Lenzlinger. «Sie ist für Leute, die Krawall machen und die öffentliche Sicherheit gefährden».

«Schub für die ganze Region»

Gross ist die Vorfreude aufs neue Stadion auch bei den Spielern, etwa dem langjährigen FCS-Mittelfeldspieler Gianluca Frontino: «Das neue Stadion wird der Mannschaft einen Schub geben.» Er freue sich auf die FCS-Spiele dort, aber auch auf die geplanten Konzerte. Die Stadion Schaffhausen AG hat nämlich auch die Bewilligung für zwölf Anlässe pro Jahr. Die Arena werde sich für die ganze Region positiv auswirken, ist Frontino überzeugt.