Spezielle Zürcher Suchtberatung für ältere Migranten

Migrantinnen und Migranten im Pensionsalter sind wegen Heimweh und Einsamkeit besonders suchtgefährdet. Die Stadtzürcher Suchtprävention hat nun eigens für sie ein spezielles Angebot lanciert.

Menschen auf einer Piazza, Getränke auf den Tischen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Suchtprobleme bei älteren Migranten sind häufiger. Nicht weil auf der Piazza eins getrunken wird, sondern wegen Heimweh. Keystone

Die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich hat im vergangenen Jahr ein neues Angebot entwickelt. Es richtet sich speziell an Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund.

Viele ältere Menschen riskieren, in eine Sucht abzugleiten. Vor allem sind dies Alkohol, Nikotin und Medikamentensüchte. Betagte sind mehr mit Krankheiten konfrontiert, erleben mehr Verluste, können aber auch unter Gefühlen der Einsamkeit oder Nutzlosigkeit leiden. All dies begünstigt die Entwicklung von Süchten.

Heimweh birgt Suchtgefahr

Viele Migrantinnen und Migranten werden zudem belastet von noch stärkerer Isolation, Finanzknappheit oder Heimweh. Projektleiterin Magie Scheuble erklärt im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», dass Migrantinnen und Migranten vielmals Medikamente über Jahre einnähmen, ohne sich beraten zu lassen. Für sie hat nun die Suchtpräventionsstelle ein neues Angebot entwickelt.

Eigens geschulte Moderatorinnen und Moderatoren übermittelten ihrem jeweiligen Kulturkreis Strategien, sagt Magie Scheuble. Zum Beispiel: «Was tun, wen man einsam ist, statt einfach ein Glas Wein zu trinken?» So könnten diese schwer erreichbaren Zielgruppen besser angesprochen werden.