Zum Inhalt springen

Header

Audio
Das Stadion mache das Zürich-West zur Hitzeinsel, kritisiert eine Gruppe von Stadion-Gegnern und will eine weitere Abstimmung.
abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
Inhalt

Stadiongegner kämpfen weiter Zürich stimmt wohl erneut über ein Fussballstadion ab

Die Gegner des Stadions auf dem Hardturm-Areal geben nicht auf: Sie sammeln Unterschriften für Abstimmung Nr 4.

Das Stadion mache das Zürich-West zur Hitze-Insel, findet eine Gruppe von Stadiongegnern vor allem aus der Grünen Partei und ergreift deshalb das Referendum gegen den Gestaltungsplan für das Projekt «Ensemble». Dieses sieht ein Fussballstadion, eine gemeinnützige Überbauung und zwei Wohn- und Geschäftshäuser vor.

Die IG Freiräume Zürich-West will Ende Oktober mit der Unterschriftensammlung beginnen – bis dann sollte das Zürcher Stadtparlament über den Gestaltungsplan entschieden haben. Damit die Abstimmung zustande kommt, benötigen die Stadiongegner mindestens 2000 Unterschriften. Diese dürften sie schnell zusammen haben.

Darum geht es im Gestaltungsplan

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der Gestaltungsplan schafft die Voraussetzungen, um das Fussballstadion, die gemeinnützigen Wohnüberbauung sowie die zwei geplanten Wohn- und Geschäftshäuser zu realisieren. Im privaten Gestaltungsplan wird beispielsweise festgehalten, wie gebaut werden soll. Auch der Lärmschutz oder die Erschliessung des Areals sind darin geregelt. Nötig ist der Gestaltungsplan hauptsächlich aufgrund der geplanten Gebäudehöhe der beiden Hochhäuser.

«Uns stört, dass die 55'000 Quadratmeter städtisches Land durch den Neubau komplett versiegelt werden», so Mediensprecherin Lisa Kromer. Dadurch überhitze das Quartier im Sommer noch mehr. Die Temperaturen an den Sommerabenden seien in Zürich-West bereits heute fünf Grad höher als am Stadtrand. Dies zeigten unter anderem Messungen der ETH. Die IG fordert deshalb eine sozialere und ökologischere Planung mit gemeinnützigen Wohnungen und einem grossen Park auf dem Areal.

Eine lange Vorgeschichte

Kommen die 2000 Unterschriften zustande, findet die Abstimmung voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 statt. Es wäre das vierte Mal, dass sich die Zürcher Stimmberechtigen zur Stadion-Frage äussern:

  • Im Herbst 2018 haben sich rund 54 Prozent für ein Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal mit der gemeinnützigen Überbauung und den Wohn- und Geschäftshäusern ausgesprochen.
  • 2013 lehnten die Stimmberechtigten ein städtisch-finanziertes Projekt für ein Stadion an der Urne ab.
  • 2003 stimmten die Zürcherinnen und Zürcher dem privat finanzierten Projekt «Pentagon» zu. Es kam allerdings nicht zustande.
Das Foto zeigt das geplante Stadion mit den beiden Türmen.
Legende: Zu den Plänen auf dem Hardturm-Areal sagte die Zürcher Stimmbevölkerung im November 2018 «JA». ZVG Projekt «Ensemble»

Die IG Freiräume Zürich-West sieht in einer erneuten Abstimmung keine Zwängerei. Es gehe nun nicht mehr um die Finanzierung wie bei der letzten Abstimmung, sondern um den Gestaltungsplan. Und Klimaanliegen fänden heute mehr Gehör: «Die Jugend setzt sich seit einem Jahr auf der Strasse fürs Klima ein, der Kanton hat den Klimanotstand ausgerufen», so Mediensprecherin Lisa Kromer.

Stadtrat erwartet zweites «JA»

Seitens der Stadt erwartet Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) durch das Referendum eine Verzögerung. «Aber ich bin zuversichtlich, dass sich die Bevölkerung ein zweites Mal fürs Stadion auf dem Hardturm-Areal ausprechen wird.»

Hinter dem aktuellen Projekt stehen die Investoren HRS, die Credit Suisse und die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich. Mit den beiden Wohntürmen wollen sie das Stadion querfinanzieren, so dass sich die Stadt Zürich am Stadion nicht finanziell beteiligen muss. Die Investitionen für das ganze Projekt belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

29 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fabian Sefolosha  (Fabian Sefolosha)
    @Jürg Brauchli
    Ob so ein Fussballstadion wirklich eine derart grosse Gefährdung für Frieden und Sicherheit ist, wäre dann noch eine andere Frage. Wer in ein Quartier zieht, in dem jahrzehntelang ein Fussballstadion stand, muss damit leben können, wenn dort wieder eines gebaut wird. Man kann nicht auf der einen Seite alle Vorzüge geniessen, die das Leben mitten in der Stadt mit sich bringt, und es auf der anderen Seite schön ruhig haben wollen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Auch in einer Demokratie muss Dummheit platz haben. Als Gegner diese Station. Akzeptiere ich aber der Wunsch der Mehrheit das sie dieses Stadion wollen, auch wenn es sonst keinen sinn macht. Zweckmäßigkeit ist nicht gegeben und es ist auch nicht Intelligent, den die reinen Fakten sprechen klar gegen ein Stadion. 2 Clubs könnten sich gut ein Stadion teilen, doch Nein der Schweizer hat lieber gerne 2 Halbleere Stadien. Der Schweizer hat Allgemein Probleme mit Kooperationen! Arme reiche Schweiz!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    Unglaublich, dass es nur 2000 Unterschriften braucht, um nach geltendem Recht einen Volksentscheid zu blockieren!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Machen Sie eine Initiative, dass Referenden gegen Gestaltungspläne nicht mehr möglich sind. Nur müssen Sie dann nicht meckern, wenn es Sie selber trifft, in irgend einer Weise.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen