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Zürich Schaffhausen Stadtwerk Winterthur: Die Geldmaschine soll selbständig werden

Die Stadtwerke Winterthur liefern Strom, Gas und Wasser in die Winterthurer Haushalte. Ein gutes Geschäft: Für 2014 weisen die Werke einen Gewinn von 18 Millionen Franken aus. Nun möchte der Stadtrat die «Cashcow» verselbständigen, damit sie noch rentabler wird. Gewerkschaften halten nichts davon.

Stadtwerke Winterthur
Legende: Einen 42-Millionen-Franken-Beitrag leistete Stadtwerk Winterthur an die Sanierung der städtischen Pensionskasse. zvg

Als selbständige Anstalt oder Aktiengesellschaft könnten die Stadtwerke einen grösseren Beitrag leisten, um die leere Stadtkasse wieder zu füllen. Diese Idee des Winterthurer Gesamtstadtrates trägt auch der zuständige Grüne Stadtrat Matthias Gfeller mit.

Gfeller verweist auf viele positive Beispiele selbständiger Stadtwerke in der ganzen Schweiz: «Diese liefern je nachdem Dividenden in die Stadtkassen.» In Winterthur würde ein verselbständigtes Stadtwerk vermutlich auch Steuern bezahlen.

«Es braucht keinen Wettbewerb»

Die Gewerkschaften sehen vor allem die Nachteile: Sie befürchten, dass die Qualität von Strom und Wasserversorgung leiden könnte. Nicht zuletzt auch wegen des Atomausstiegs und den dazugehörenden Alternativen müssten die Stadtwerke zwingend bei der Stadt bleiben, sagt Georg Munz von der Gewerkschaft VPOD. «In dieser Situation geht es weder um Marktmöglichkeiten noch um Wettbewerb. Wir müssen die Strom- und Energiezukunft sicherstellen.»

«Stadtwerke bleiben im Besitz der Stadt»

Matthias Gfeller beruhigt: «Wir sprechen nicht von einer Privatisierung.» Es würden keine Aktien verkauft, auch als AG oder Anstalt würden die Stadtwerke zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Winterthur bleiben. Was denn der Sinn davon sei, die Stadtwerke in eine AG umzuwandeln, fragt sich Georg Munz: «Das ist nach wie vor völlig unklar.»

Der Winterthurer Stadtrat will bis zu den Sommerferien eine konkrete Vorlage zur Auslagerung der Stadtwerke ausarbeiten. Entscheiden wird zunächst das Parlament, das letzte Wort hat aber das Winterthurer Stimmvolk, voraussichtlich 2016.

2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Mit blutleeren Versprechungen die Privatisierung vorantreiben, nein danke. Und vorher noch schnell in der aktuellen Abstimmung 70 Millionen für die Ausweitung des Energiecontractings garnieren, gell? Mit mir nicht, das nein steht schon auf dem Zettel...
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Wir sollten mal anfangen zu unterscheiden für was der Staat da ist, für was es Vereine, Firmen und Private gibt. Für die Grundversorgung (Energie, Wasser, ÖV, Infrastruktur wie Strassen usw. ) und alle Sozialversicherungen sollten von einem effizienten und nicht korrupten Staat sein. Unsinnig sind Sozialversicherung in der Privatwirtschaft, denn private Gewinne und Soziales beisst sich. Eine nachhaltige Energieversorgung kann nicht mit kurzfristigen Gewinnmaximierung verfolgt werden.
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