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Zürich Schaffhausen Stiftung Züriwerk: Tür an Tür mit «gewöhnlichen» Menschen

Das Züriwerk hat auf dem Zürcher Hunziker-Areal ein neues Quartier bezogen. Das Besondere daran: Die geistig Behinderten arbeiten nicht nur in der Genossenschaftssiedlung, sie wohnen auch dort. Das Ziel: «normale» und «behinderte» Menschen sollen sich möglichst häufig begegnen.

Eine geistig behinderte Frau reiht in den neuen Ateliers der Stiftung Züriwerk Perlen zu Armbändern auf.
Legende: Die Arbeit «macht Freude und bietet Abwechslung», sagen die geistig behinderten Mitarbeiter der Stiftung Züriwerk. ZVG

In den neuen Ateliers der Stiftung Züriwerk im Zürcher Leutschenbach-Quartier wird bereits fleissig gearbeitet. Roland Wintsch etwa ist gerade dabei, Schrauben nach deren Grösse zu sortieren - so, wie jeden Nachmittag. Ihm gefalle die Arbeit: «Es macht einfach Spass und ist eine Abwechslung», sagt der geistig behinderte Roland Wintsch. Das Züriwerk betreibt vier Ateliers in der neuen Genossenschaftssiedlung, 30 geistig Behinderte erhalten dort einen Arbeitsplatz.

Ziel ist es, dass die Behinderten mit ihren Produkten und Dienstleistungen in der Öffentlichkeit präsent sind und somit als Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden, teilte die Stiftung am Mittwoch bei einem Rundgang durch ihre neuen Räume mit. Zu dieser Idee gehört auch, dass im Juni 40 geistig Behinderte in 14 Wohnungen der Genossenschaftssiedlung einziehen.

Über Berührungsängste und gute Nachbarschaft

Christoph Meyer von der Stiftung Züriwerk sagt dazu: «Zu Beginn gibt es oft Berührungsängste.» Seien diese aber überwunden, «sind unsere Leute sehr geschätzte Mieter und Nachbarn.» Neben WG-Zimmern gibt es Studios, Kleinwohnungen und Wohnungen mit Pflegeinfrastruktur. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen dabei grösstmögliche Selbstbestimmung und Selbständigkeit erfahren. Mitten drin in einer neuen, grossen Wohnüberbauung zu sein, das sei schon einmalig, sagt Meyer.

(sda/simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)