Strasse Neuhegi-Grüze: Winterthur macht Dampf beim Kanton Zürich

Der Stadtrat von Winterthur legt die umstrittene Erschliessungs-Strasse für das Quartier Neuhegi-Grüze dem Parlament vor. Es soll die Tunnel-Variante absegnen. So will der Stadtrat Druck auf den Kanton machen und erreichen, dass dieser die Kosten und Risiken des Projekts trägt.

Visualisierung der Stadt des wachsenden Quartiers Neuhegi-Grüze Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Quartier wächst rasant. Ein «Freiraum-Ring» soll deshalb auch Erholung bieten in Neuhegi-Grüze. VISUALISIERUNG STADT WINTERTHUR

Die Erschliessung des neuen Stadtquartiers Neuhegi-Grüze ist ein Politikum: seit 15 Jahren wird in Winterthur darüber diskutiert, wie man den neuen Stadtteil am besten an das bestehende Strassennetz anbinden kann. Die neuste Idee: ein Tunnel unter den Häusern soll die Bevölkerung vom Lärm entlasten und den Bewohnern trotzdem eine schnelle Anbindung, etwa an die Autobahn, ermöglichen. Dieses jüngste Projekt soll nun vom Winterthurer Stadtparlament abgesegnet werden, möglichst noch dieses Jahr.

Eine zustimmende Kenntnisnahme des Parlaments zur Tunnelvariante würde der Stadt Winterthur nämlich Vorteile bringen. Bauvorsteherin Pearl Pedergnana (SP) spricht von einem wichtigen Signal an den Kanton. Dieser müsste nämlich einen Teil der Baukosten übernehmen, da es sich bei der Zufahrtstrasse um eine Kantonsstrasse handelt.

Planungshoheit mit Kostenfolge

Pedergnana hofft zudem, dass der Kanton bei einem deutlichen Signal aus Winterthur auch die Planung der Erschliessung Neuhegi-Grüze übernimmt. Das wäre aus mehreren Gründen wichtig für die Stadt, sagte sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Radio SRF: «Wenn wir selber planen müssen, das Projekt aber doch nicht realisiert würde, müssten wir die Planungskosten nach heutigem Recht trotzdem übernehmen. Und das können wir uns nicht leisten.»

Ausserdem würde eine Planung durch den Kanton auch deshalb Sinn machen, weil die Strasse über die Winterthurer Stadtgrenze hinaus nach Wiesendangen führt. Die Kosten dürften so oder so ein Thema bleiben. Das neuste Projekt für eine Erschliessung des Stadtteils Neuhegi-Grüze ist nämlich rund sieben Mal teurer als frühere Varianten ohne Tunnel.