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Streit um Parkplätze Hitzige Debatte im Stadtzürcher Parlament zum Parkplatzkompromiss

Auf dem autofreien Münsterhof mit Velofahrer und Fussgänger
Legende: Nach dem Willen der Grünen soll es auf dem Zähringerplatz so aussehen wie auf dem Münsterhof. Keystone

In einem politischen Vorstoss forderten die Grünen eine attraktivere Innenstadt für Fussgänger und Velofahrer. Die Motionäre wollen unter anderem einen autofreien Zähringerplatz. Den Raum dazu soll es «durch die Aufhebung von Parkplätzen» geben. Das ist pikant, denn der Zähringerplatz liegt im Gebiet des Historischen Parkplatzkompromiss, der seit 1996 gilt. Der Kompromiss sei jedoch überholt, erklärte Markus Knauss (Grüne).

Befreien wir uns aus dieser historischen Zwangsjacke.
Autor: Markus KnaussGemeinderat Grüne

SVP, FDP und EVP sprachen von einem Frontalangriff auf den Kompromiss. Für das Gewerbe, welches ohnehin schon genug leide, werde es noch schwieriger. Die Innenstadt veröde.

Mit diesem Vorstoss produzieren sie eine tote Innenstadt.
Autor: Susanne BrunnerGemeinderätin SVP

Auch der Stadtrat lehnte die Motion der Grünen ab. Der Druck auf die Flächen nehme zwar zu, sagte Tiefbauvorstand Richard Wolff (AL). Aber man könne den Historischen Kompromiss auch weiterentwickeln.

Wir sollten den Kompromiss nicht ohne Not aufgeben.
Autor: Richard WolffTiefbauvorstand Stadt Zürich

Ein abgeänderter Text der SP führte in der Debatte schliesslich zum Kompromiss. Der Raum für Fussgängerinnen und Velofahrer soll nun nicht mehr durch die Aufhebung von Parkplätzen gewonnen werden, sondern durch Anpassungen im kommunalen Verkehrsrichtplan.

Die abgeänderte Motion wurde mit Stimmen der rot-grünen Parlamentsmehrheit überwiesen. FDP, SVP, GLP und EVP lehnten sie ab.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Der zürcher Stadtrat sollte mal einen innovativen Schritt machen: Parkplätze halbieren und die verbleibenden Möglichkeiten als Ladestandorte für Elektrofahrzeuge ausrüsten zum attraktiven Preis. Nur mit solchen Anreizen denken die Automobilisten um und leisten ihren nötigen Beitrag zu sauberer Luft im urbanen Raum.
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Es ist ein kapitale Täuschung um neue Märkte zu generieren, zu meinen, die E-Mobilität sei das Heilmittel gegen das Zuviel an meist unnötigem Energieverbrauch ....
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  • Kommentar von Ivan Suter (Beren)
    "Mit diesem Vorstoss produzieren sie eine tote Innenstadt." Man kann sich also nur mit dem Auto fortbewegen... Hat die SVP noch nie etwas von ÖV oder Velo gehört? Je mehr Platz die Leute haben, desto belebter wird die Innenstadt. Wer möchte schon auf einem Parkplatz verweilen? Wir brauchen attraktive Orte zum verweilen, Autofreie Zonen, Bänkli und Bäume (für den Schatten im Sommer). Das ist wichtiger als mit dem SUV vor den Laden fahren zu können...
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Ja, zum Verweilen Herr Suter, Sie haben das sehr schön geschrieben. Zuoberst in jeder Stadtplanung sollte die menschlichste Fortbewegungsart stehen, die zugleich die effizienteste ist, das Gehen.
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    2. Antwort von Ramon Gfeller (RG)
      Achten Sie sich mal, was für Läden es in den verkehrsberuhigten Innenstädten noch gibt: Kleider, Schuhe, Schmuck, Souvernirs. Konsum total, eine Einöde ohne Vielfalt. Früher gab es auch Läden für Handwerker: Schrauben, Ersatzteile, Werkzeuge, Elektromaterial. Die sind alle verschwunden, weil ihre Kundschaft auf das Auto angewiesen ist. Aber Leute, die für jede Kleinigkeit den Handwerker anrufen (der mit dem Auto anreist), verstehen das leider nicht.
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Das Phänomen, das Sie hier schildern, Herr Gfeller, scheint mir eher dadurch zu entstehen, dass verkehrsberuhigte Zonen dermaßen an Attraktivität gewinnen und somit Gefahr laufen gentrifziert und von einer finanzkräftigen Schicht übernommen zu werden. Daher ist es wichtig, dass es nicht einzelne 'privilegierte' städtische Gebiete sind, die verkehrsberuhigt werden und auch dass, das Gemeinwesen flankierenden Maßnahmen trifft, damit Handwerk und Läden aller Art genau so ihren Platz wieder haben.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Ob Grün oder sich links gebend, die Zeit der Kompromisse, die immer auf Kosten der Mitwelt + Menschen vor Ort gehen, sollten definitiv vergangen sein. Es sieht so aus, als müsste um jeden Baum, um jede Fläche gekämpft werden. Das Auto hat sich im Stammhirn vieler Menschen und Stadtplaner eingenistet, dass diese nur Auto denken können. Immer mehr Menschen erfahren, was es bedeutet, wenn öffentliche Räume wieder den Leuten, der Mitwelt zurückgegeben werden: unbezahlbare Lebensqualität
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