Supertunnel nach Bern hat für Zürich keine Priorität

Zwei oder neuerdings sogar ein einziger Supertunnel sollen die Fahrzeit der Bahn zwischen Zürich und Bern langfristig verkürzen. Der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion liegen der Bau des Brüttener Tunnels und die Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen zurzeit aber mehr am Herzen.

Eisenbahngeleise, die in zwei Tunnelportale führen, rechts davon ein Doppelstockzug der SBB Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein oder zwei neue Tunnels zwischen Zürich und Bern: Der Kanton hat andere Prioritäten. Keystone

Von zwei neuen Bahntunnels auf Aargauer Kantonsgebiet ist schon seit längerem die Rede. Sie sollen die Fahrzeiten zwischen Zürich und Bern weiter verkürzen. Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» hat nun von Plänen eines einzigen Supertunnels zwischen Zürich-Altstetten und Rupperswil berichtet.

Der Bahntunnel wäre 28 Kilometer lang, also doppelt so lang wie der Gotthard-Strassentunnel. Die Züge könnten darin 250 Stundenkilometer schnell fahren, was die Fahrzeit gegenüber der Zwei-Tunnel-Lösung allerdings nur gerade um eine Minute verkürzen würde. Der Tunnel hätte gemäss Experten aber ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis als die Zwei-Tunnel-Lösung. Dies vor allem deshalb, weil beim Bau nur zwei statt vier Baustellen an den jeweiligen Tunnelportalen notwendig wären.

«  Die Geschwindigkeit ist nur ein Aspekt von vielen. »

Jerome Weber
Zürcher Volkswirtschaftsdirektion

Es sei richtig, alle Varianten zu prüfen, sagt Jerome Weber von der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion auf Anfrage des «Regionaljournals». Für den Kanton Zürich gebe es aber noch keinen Favoriten. Erste Priorität hätten ohnehin der Bau des Brüttener Tunnels und die Spurerweiterung beim Stadtzürcher Bahnhof Stadelhofen. Dafür habe man bereits die Zusicherung des Bundes; die zwei neuen Tunnels oder der Supertunnel Richtung Bern hingegen würden erst 2030 aktuell.