Tagesschule als Pflicht: Stadt Zürich will den Versuch wagen

Der Versuch einer Tagesschule für alle in der Stadt Zürich ist nicht ohne Risiko. Das Volksschulgesetz würde eine obligatorische Tagesschule nicht erlauben, sagt ein Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Ein Testlauf aber wäre möglich.

Im Hort "In der Ey" in der Stadt Zürich erhält ein Kind gerade Spaghetti geschöpft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Heute besuchen die meisten Kinder in Zürich noch den Hort, wenn sie ausserhalb der Schulzeiten betreut werden. Keystone

Der Zürcher Schulvorsteher Gerold Lauber (CVP) hat mit steigenden Kosten zu kämpfen, die er unter anderem für immer mehr neue Horte aufbringen muss. In der Stadt Zürich benutzen laut einem Artikel der «NZZ am Sonntag» bereits heute rund 45 Prozent der Schulkinder das Hortangebot. Das Schulamt schätzt, dass dieser Anteil schon bald auf 70 Prozent steigt. In einem Gutachten liess die Stadt nun klären, ob sie auch eine obligatorische Tagesschule einführen könnte, um die Kosten etwas zu bremsen.

Laut dem Zeitungsbericht wäre dies heute aber mit dem aktuellen Volksschulgesetz nicht möglich. Als Schulversuch, also in einem begrenzten Rahmen, könnte die Stadt aber die Pflicht zum Mittagstisch einführen. Dazu braucht es aber noch den Segen des Zürcher Regierungsrats. Keine gesetzlichen Hürden gäbe es gemäss Gutachten für eine Tagesschule «light». Stadtrat Lauber scheint gewillt, beide Möglichkeiten weiter zu verfolgen.