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Mann mittleren Alters hinter Mikrofon in Radiostudio
Legende: Hugo Kupferschmidt ist Chefarzt und Präsident von Tox Info Schweiz. SRF
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Zürich Schaffhausen Telefon 145: Zürcher Tox-Zentrum feiert Geburtstag

1966 entstand in Zürich das «Schweizerische Toxikologische Informationszentrum». Heute, 50 Jahre später, erhält der Vergiftungs-Notruf täglich rund hundert Anfragen – trotz oder gerade wegen des Internets.

Über 38'000 Anrufe pro Jahr beantworten die Ärztinnen und Ärzte des Tox-Zentrums nahe der Universität Zürich. Beim grösseren Teil der Anrufe geht es um Unfälle und Missgeschicke: Kleine Kinder schlucken Reinigungsmittel oder Medikamente, Erwachsene inhalieren versehentlich giftige Dämpfe. Ein kleinerer Teil der Anrufe erfolgt nach Selbstmordversuchen durch Medikamentenüberdosis. Oft bereuen die Betroffenen ihre Tat und rufen selber an, manchmal sind es Angehörige.

Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum – heute nennt es sich Tox Info Schweiz – wurde 1966 auf Initiative des Schweizer Apothekerverbands in Zürich gegründet. «Man wusste damals zu wenig über Gifte und Vergiftungen», sagt Tox-Info-Präsident Hugo Kupferschmidt im Gespräch mit dem Regionaljournal. «Das Tox-Zentrum sammelte deshalb wie verrückt Material, um Beratungen anbieten zu können.» In den ersten Jahren hätten vor allem Ärzte Rat gesucht, erst später seien mehr und mehr Anfragen von Privatpersonen dazugekommen.

Vergiftungen sind ein Sommerthema, Hauptsaison für die Tox-Zentren ist deshalb der Sommer.
Autor: Hugo KupferschmidtPräsident Tox Info Schweiz

Im Internet sind heute zahlreiche Artikel und Ratschläge zu Vergiftungen und deren Behandlung verfügbar. «Die Leute sind durch die vielen Informationen im Netz stärker verunsichert», sagt Kupferschmidt, «man liest im Internet eine Menge grausamer Geschichten.» So erklärt er sich, weshalb die Zahl der Anrufe trotz Online-Möglichkeiten nicht zurückgeht. Zudem seien Menschen mit unklaren Symptomen dank dem Handy heute wohl eher bereit, rasch beim Tox-Zentrum anzurufen.

Telefonberatung wird bleiben

Dennoch pflegt auch Tox-Info Schweiz eine eigene Webseite und eine eigene App. Kupferschmidt ist aber überzeugt, dass die persönliche Beratung am Telefon nicht verschwinden wird: «Es ist so wie sonst auch in der Medizin: Man braucht einen Hausarzt, einen Menschen, auch wenn es im Internet haufenweise Infos gibt.»

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