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Trio für Zürcher Wahlen Erstmals bilden Mitte-Parteien eine Allianz

Die drei Parteien GLP, EVP und BDP wollen nicht länger zwischen den Blöcken zermahlen werden. Doch es bleibt schwierig.

Drei Politiker stehen in einer Reihe vor einer Mauer und lachen sich gegenseitig an.
Legende: Drei Lächeln für ein Halleluja in der politischen Mitte: das Trio Mäder (links), Quadranti und Hugentobler. SRF

Sie kommen aus ihrer Sicht zu häufig zwischen Hammer und Amboss. Um sich im Wahlkampf besser zu behaupten, brauche es dieses Bündnis der Mitte-Parteien, das es bisher noch nie gegeben habe, wie die Vertreter am Donnerstag an der Präsentation sagten.

Mit Rosmarie Quadranti, Jörg Mäder und Hanspeter Hugentobler wollen sie gleich drei Sitze in der Kantonsregierung erobern. Ambitioniert, findet auch Nationalrätin und BDP-Kandidatin Rosmarie Quadranti. Aber man müsse sich hohe Ziele setzen im Leben.

Drei Sitze sind tatsächlich ein wahnsinnig grosser Anspruch. Aber man muss hohe Ziele haben im Leben.
Autor: Rosmarie QuadrantiKandidatin BDP

Zusammengezählt haben die drei Parteien bei den Kantonsratswahlen im Jahr 2015 gerademal 15 Prozent auf sich vereint. Die GLP ist dabei mit acht Prozent die wählerstärkste im Trio, gefolgt von der EVP mit vier und der BDP mit drei Prozent.

Inhaltlich gebe es durchaus Differenzen innerhalb dieser Mitte-Allianz. Das Bündnis präsentiert deshalb auch kein politisches Programm für den gemeinsamen Wahlkampf. Was sie verbindet, sei die Art, wie sie politisierten, erklärten alle drei Vertreter am Donnerstag; nämlich lösungsorientiert und sachlich, im Gegensatz zu den Polparteien.

Es gibt inhaltliche Differenzen zwischen uns drei Parteien. Aber die können wir sachlich lösen.
Autor: Jörg MäderKandidat GLP

Diese vernünftige Stimme der Mitte müsse im Wahlkampf stärker zur Geltung kommen, so das Ziel der Allianz. Die Zürcher Politik sei zu sehr geprägt von Skandalisierung, viele Parteien würden sich verhalten, als wären sie in einer Art Dauerwahlkampf, so der EVP-Kantonsrat und Parteipräsident Hanspeter Hugentobler. Das führe auch zu einer Politikverdrossenheit bei den Bürgern.

Es ist wie bei einem Flugzeug: Den linken und rechten Flügel braucht es, aber das Volk sitzt in der Mitte.
Autor: Hanspeter HugentoblerKandidat EVP

Allerdings hat sich die CVP nicht in diesen Mitte-Flieger gesetzt, sondern steuert auf das rechte Lager zu.

Fronten geklärt

Es zeichnet sich nämlich ab, dass die SVP mit Finanzdirektor Ernst Stocker und Nationalrätin Natalie Rickli (neu), die FDP mit Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh und Kantonsrat Thomas Vogel (neu) und CVP mit Bildungsdirektorin Silvia Steiner ein gemeinsames Wahlbündnis schliessen.

Auf linker Seite verläuft die Zusammenarbeit zwar nicht ohne Zwischentöne. So verweigern Grüne und die Alternative Liste (AL) dem SP-Sicherheitsdirektor Mario Fehr die Unterstützung und sprachen sich nur für seine Parteikollegin und Justizdirektorin Jacqueline Fehr aus. Umgekehrt unterstützt die SP aber die anderen linken Kandidaten, also Martin Neukom von den Grünen sowie Walter Angst von der AL.

Und zwischen den Blöcken will sich nun also das neue Päckli aus GLP, EVP und BDP positionieren. Mit den etwas leiseren Tönen, aber nicht mit weniger Ehrgeiz.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Dies scheint die letzte und einzige Möglichkeit zu sein, dass sich die vielen Splitterparteien (die sich stets als lösungsorientiert darstellen!) nicht in sich selber zerbröckeln und mittelfristig völlig verschwinden! Solche "Misch-Vereine", die immer wieder als "Windfahnen" hin und her politisieren haben einen schweren Stand. Mir sind klare Aussagen und Werte aus linken oder rechten Stammparteien viel sympathischer! Bei der SP oder SVP weis man seit Jahren für was sie einstehen!
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