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Hochgeschätzt und bedeutungslos gleichzeitig: Naegeli-Werke in der Stadt Zürich
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 14.05.2020.
abspielen. Laufzeit 03:56 Minuten.
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Umstrittene Kunst Stadt Zürich überstreicht Naegeli-Werk beim Schauspielhaus

Die Geschichte des Zürcher Künstlers Harald Naegeli ist – in Anlehnung an einen bekannten Werbespott – offenbar eine Geschichte voller Missverständnisse. Jahrzehntelang wurde der Sprayer von den Zürcher Behörden gejagt und schliesslich zu einer unbedingten Gefängnisstrafe verurteilt. Später wurde er rehabilitiert, in einem neuen Prozess bemühte sich die Stadt um eine Versöhnung. Einige Werke von ihm schützt die Stadt sogar unter Plexiglas.

Letztens machte Harald Naegeli ausserdem mit einer Hilfsaktion von sich reden: So verschenkt er signierte Bilder an Zürcher Hausbesitzer, wenn sie bereit sind, ihren Mietern während der Corona-Krise entgegenzukommen. 49 Kunstwerke hat er unterdessen schon gespendet. Nichtsdestotrotz ist seine Kunst in der Stadt Zürich nach wie vor nicht überall gern gesehen.

Kunst ist nur Kunst am rechten Ort

Eine schwarze Strichfigur, die seit vielen Jahren beim Hintereingang des Zürcher Schauspielhauses ihre Arme ausbreitete, wurde kürzlich übermalt – und zwar von der Stadt selbst.

Wir entfernen so Graffiti, Schmierereien, Kunstwerke, je nach Sichtweise.
Autor: Lukas BallySprecher Hochbaudepartement Stadt Zürich

Auftraggeber war der private Hausbesitzer, denn die als Unterlage für die Strichfigur verwendete Fassade gehört nicht mehr zum Schauspielhaus. Bei privaten Bauten entfernt die Stadt Graffitis also im Auftrag der Eigentümerschaft. Auf städtischen Bauten werden illegale Werke so rasch wie möglich entfernt, sagt Bally. «Dazu gibt es einen Stadtratsbeschluss. Dieser legt auch fest, dass wir keine Diskussion über den Wert solcher Werke führen.»

Ein Veloständer an einer frisch gestrichenen Wand beim Zürcher Schauspielhaus
Legende: Die Figur von Harald Nägeli befand sich BEIM Schauspielhaus und nicht AM Schauspielhaus. Das wurde ihr zum Verhängnis. SRF

Der Künstler selbst will sich dazu nicht äussern. Beim Schauspielhaus hingegen ist man betroffen: «Der Verlust stimmt uns traurig», sagt Sprecherin Philine Erni. Weil alle im Homeoffice arbeiten, habe zunächst niemand die Übermalung bemerkt.

Wir sind untröstlich.
Autor: Philine ErniSprecherin Schauspielhaus

Trösten kann sich das Schauspielhaus immerhin mit einem offiziellen Geschenk Naegelis: Über dem Eingang des Schiffbaus, der zweiten Spielstätte des Schauspielhauses in Zürich-West, hängt seit letztem September eine seiner Skulpturen: Eine dreidimensionale Figur, aus Neonröhren, unüberstreichbar.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr, kerf

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Illegale Kunst, das sind die Schmierereien die von sogenannten "Graffitikünstlern" an die Hauswände geschmiert werden, sollten auf Kosten der selbsternannten Künstler und ihren Gönnern, den sogenannten Kunstexperten so rasch wie möglich entfernt werden. Was man heute auf Hauswänden, Mauern, Eisenbahnwagen, Brücken usw. antrifft, ist alles andere als Kunst, es ist Sachbeschädigung und müsste bestraft werden.
  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Das scheint ja wirklich Geschmacksache zu sein. Mir jedenfalls gefallen diese sogenannten "Kunstwerke" nicht. Auch das "Bild der Wiedergutmachung", mE nichts als Schmierereien, die ich an unserer Fassade niemals haben und täglich ansehen möchte.
    1. Antwort von Benito Boari  (Antoine)
      Spraydose kaufen und nachmachen, Frau Hermann. Lernkurve & Erkenntnisgewinn garantiert.
    2. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @Herr Hermann ok ja wem es gefällt soll es machen ABER nur auf seinem EIGENEN Eigentum, nicht Eigentum Anderer oder der Öffentlichkeit! Wenn ich nur schon sehe wie viel die SBB für die Entfernung ausgeben muss ...
    3. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Daniel Gion, wer Hermann heisst, ist nicht zwingend männlich... Aber Spass beiseite, solche Schmierereien, und selbst ästhetische, stilvolle Kunstwerke würden hier, jedenfalls in Landwirtschaftszone, gar nicht bewilligt. Nicht einmal dunkelbraune Doppelfalzziegel wurden uns erlaubt, es mussten rote sein, welche stilgerecht in die Berner Landschaft passen, obwohl wir ohne einen einzigen Nachbar mitten in Wald und Wiese wohnen, wo uns keiner sieht.
  • Kommentar von Benito Boari  (Antoine)
    So weltmännisch sind sie dann auch nicht, unsere lieben Zürcher.