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Umstrittenes Bauprojekt «Das Geld für unsere Moschee kommt nicht aus der Türkei»

Der türkisch-islamische Kulturverein Schaffhausen wehrt sich für seine neue Moschee – und gegen Vorurteile.

Im Mai hat die Stadt Schaffhausen den Bau einer neuen Moschee im Fulachquartier bewilligt. Das sorgte vor allem in sozialen Medien für Diskussionen über die geplante «Grossmoschee» und für negative Kommentare. Auch die Politik hat sich eingeschaltet. So hat Grossstadtrat Kurt Reuter (SVP) eine Interpellation eingereicht mit kritischen Fragen zur Finanzierung. «Ich erwarte maximale Transparenz und dass die Stadt genau hinschaut», sagt Reuter.

Bereits seit 18 Jahren betreibt der türkisch-islamische Verein in Schaffhausen am Standort des geplanten Projekts eine Moschee. Diese ist in einem ehemaligen Einfamilienhaus untergebracht. Das sei aber zu klein. «Der Gebetsraum bietet nur Platz für 60 Leute. Alle anderen müssen in den Korridoren beten», erklärt Vorstandsmitglied Ibrahim Tas. Darum sei ein grösserer Neubau nötig.

Wir dulden hier keinen Radikalismus und keine politische Propaganda
Autor: Ibrahim TasVorstandsmitglied

Dieser Bau werde aber nicht vom türkischen Staat finanziert, um die Moschee dann für politische Propagandazwecke zu nutzen, betont Tas. Die Befürchtung kam auf, weil das Grundstück der türkisch-islamischen Stiftung Schweiz TISS gehört, die auch die Imame stellt. Die TISS hat direkte Verbindungen zum Religionsministerium in Ankara.

Finanziert werde die Moschee aber allein durch die Vereinsmitglieder in Schaffhausen, durch Spenden und durch Einnahmen von Festivitäten. Bauherr sei der türkisch-islamische Verein Schaffhausen.

«Die Stadt weiss, dass wir hier keine politische Propaganda dulden und dass wir gegen Radikalismus sind», betont Tas. «Wir wollen auch deshalb kein Geld von aussen, weil die Moschee nicht nur Türken, sondern allen Muslimen in Schaffhausen offensteht.» Der türkisch-islamische Verein habe sich von Anfang an für einen Austausch stark gemacht und sich beim interreligiösen Dialog in Schaffhausen engagiert.

Eine Bank zog sich bereits zurück

Die Baukosten für die Moschee liegen nach Angaben von Ibrahim Tas bei maximal zwei Millionen Franken. Zur Zeit habe der Verein 300’000 Franken beisammen und stehe in Verhandlungen mit Banken. Die negativen Berichte über das Bauprojekt hätten bereits dazu geführt, dass eine Kreditverhandlung gescheitert sei. Tas hofft dennoch, dass der Verein im September mit dem Bau der neuen Moschee beginnen könne.

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