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Umstrittenes Cannabis-Urteil Härtere Bandagen für kiffende Jugendliche?

Legende: Audio Cannabis-Urteil wird vor Bundesgericht weitergezogen abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
01:20 min, aus HeuteMorgen vom 29.06.2018.
  • Das Zürcher Obergericht hat entschieden, dass Jugendliche bis zu zehn Gramm Cannabis auf sich tragen dürfen.
  • Anderer Auffassung ist die Jugendanwaltschaft des Kantons und wollte einen Jugendlichen bestrafen.
  • Jetzt soll das Bundesgericht entscheiden.

Das Zürcher Obergericht lässt die Jugendanwaltschaft des Kantons Zürich abblitzen: Es gebe keine gesetzliche Grundlage, Jugendliche beim Besitz von kleinen Cannabis-Mengen anders zu behandeln als Erwachsene. Dies verstosse gegen das Legalitätsprinzip, heisst es im Urteil des Obergerichts.

Es beruft sich dabei auf das Bundesgericht. Dieses hatte letzten Herbst entschieden: Wer nicht mehr als zehn Gramm Cannabis auf sich trägt, soll nicht bestraft werden.

Die Zürcher Jugendanwaltschaft stellte sich aber auf den Standpunkt, dass die Straffreiheit nur für Erwachsene gelte. Dies hätten die Zürcher Behörden auch ausdrücklich festgehalten, als sie ihre Praxis bei der Bestrafung von Cannabis-Besitz letzten Herbst gelockert hätten. Deshalb wollte die Jugendanwaltschaft einen Jugendlichen bestrafen, der mit 1,4 Gramm Cannabis erwischt worden war.

«Erhoffen uns Grundsatzentscheid»

Aber bereits das Jugendgericht sprach den jungen Mann frei. Und nun lässt also auch das Obergericht die Jugendanwaltschaft ins Leere laufen. Aber diese lässt nicht locker, wie Sprecherin Sarah Reimann auf Anfrage von Radio SRF sagt: «Die gesetzliche Grundlage ist unklar, und wir erhoffen uns nun hier einen Grundsatzentscheid. Und aus diesem Grund haben wir den Fall an das Bundesgericht weitergezogen und Strafrechtsbeschwerde eingereicht.»

Das höchste Gericht der Schweiz soll nun also Klarheit schaffen, ob auch Jugendliche ohne Strafe davon kommen, wenn sie nur eine geringe Menge Cannabis auf sich tragen.

Infografik: Cannabis

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Vetsch (Realist1968)
    Genau da liegt der Haken...'verantwortungsvoller Umgang'!!! Da happert es leider bei den meisten! Aber egal, legalisiert alle Rauschgifte, dann haben wir auch keine Dealer mehr, dafür viele Touris und irgendwann einmal endlich die vollkommene Anarchie. Dann bekommen auch die Sozialhilfeempfänger kein Geld mehr vom lieben Staat, da es diesen dann nicht mehr gibt. Die meisten vergessen nämlich, dass sie eben von diesem bösen und verhassten Staat das Geld bekommen, damit sie ihr Leben finanzieren
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Das tödlichste Rauschgift ist schon lange legal, obwohl deswegen tausende Menschen in der Sozialhilfe landen und daran sterben. Es ist nicht das Cannabis, sondern der Alkohol, der im Gegensatz zum Gras KEINEN medizinischen Nutzen hat.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Wieso nicht einfach alles freigeben? Nach anfänglichen Zigmilliarden Gesundheitskosten reduziert sich die Bevölkerung autimatisch auf ein gesundes (doppeldeutig) Mass. (Ironie)
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Alles legalisieren funktioniert ab besten, auch ganz ohne Ironie. In Portugal zum Beispiel ist die totale Legalisierung ein voller Erfolg, noch nie wurden sowenig Drogen konsumiert, und die Kriminalität war noch nie so tief wie jetzt.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Und wer trägt die Verantwortung für entsprechende Konsequenzen solch fragwürdiger "gerichtlicher Entscheidungen"?? Eltern - Lehrpersonen - ArbeitgeberInnen - Sozial-Staat,....! Der Weitblick von gewissen Richtern, scheint doch situativ sehr "verschleiert" zu sein....
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