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Umstrittenes Schwimmbadprojekt Ein knappes Ja fürs Winterthurer Freibad-Dach

Legende: Audio Dreckschleuder oder pragmatische Übergangslösung? Die Traglufthalle scheidet die Geister im Winterthurer Parlament abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
02:03 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 26.02.2019.

Für alle Parteien war unumstritten, dass die Schwimmerinnen und Schwimmer in Winterthur unter Platznot leiden, vor allem im Winter. Kunststück: Die sechstgrösste Schweizer Stadt verfügt über gerade mal ein Hallenbad. Pläne, die Hallenbadfläche zu erweitern, scheiterten aber allesamt. 2012 versenkten die Winterthurer ein faltbares «Cabrio-Dach» fürs Freibad Geiselweid.

«Ein ökologischer Murks»

Für die neueste Idee, entstanden aus einer Volksinitiative, liess der Gemeinderat ein konkretes Projekt ausarbeiten. Eine Traglufthalle für rund 2,3 Millionen Franken, die jeweils für sechs Monate, von Oktober bis April, über dem Freibad Geiselweid montiert werden soll. Am Montagabend stimmte der Gemeinderat darüber ab.

Die Meinungen dazu verliefen für einmal nicht entlang der Parteigrenze, sondern wurden von der Affinität zum Schwimmsport entschieden. So erteilte die SVP Stimmfreigabe, und auch die SP war gespalten. Mehrheitlich waren die beiden grössten Parteien aber gegen das Projekt und ihre Voten praktisch einheitlich: Beide argumentierten, die Halle sei ein «ökologischer Murks», «ästhetisch ein Problem» und eine «Zwängerei». Ausserdem sei sie zu teuer für das Gebotene, fand die SVP. Auch die Grünen und die AL lehnten das Projekt ab. Hauptargument: Die Halle sei eine Energieschleuder. Dass die Beheizung mit fossiler Fernwärme durch ausländische Biogas-Zertifikate abgegolten werden soll, mache es nicht besser, sagte zum Beispiel Reto Diener (Grüne).

«Ein Nein wäre nicht rechtens»

Eine knappe Mehrheit aus FDP, GLP, EVP und CVP und vereinzelten Stimmen aus SVP und SP verhalfen dem Projekt dann doch noch zum knappen Durchbruch. Es brauche jetzt eine Lösung, war auf dieser Seite das ausschlaggebende Argument, auch wenn sie nicht optimal und nur temporär sei. Ausserdem komme das Anliegen aus dem Volk, argumentierten verschiedene Rednerinnen. «Es wäre nicht rechtens, wenn die Winterthurerinnen und Winterthurer nicht darüber abstimmen können», appellierte Katrin Cometta an ihre Ratskollegen. Denn bei einem Nein des Gemeinderats, wäre das Projekt vom Tisch gewesen.

Mit 27:26 Stimmen sagte der Rat schliesslich Ja zur Traglufthalle. Die Grünen haben jedoch bereits angekündigt, das Referendum zu ergreifen und Unterschriften zu sammeln. Das letzte Wort dürfte also das Winterthurer Stimmvolk haben.

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