Unbekannt oder ungeeignet: Der lange Weg zu genügend Standplätzen

Seit zwei Jahren hat die Zürcher Regierung den Auftrag, für genügend Stand- und Durchgangsplätze für Fahrende zu sorgen. Sie blieb dabei nicht untätig. Doch bis Resultate sichtbar werden, dauert es. Auch, weil sie zuerst bestehende Plätze zugänglicher machen will.

Kinder fahren Velo auf einem provisorischen Standplatz auf dem Zürcher Hardturm. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zuerst den Ist-Zustand verbessern: Fahrende brauchen viel Geduld, bis in Zürich genügend Platz vorhanden ist. Keystone

Zu wenige Stand- und Durchgangsplätze für Fahrende sind ein Dauerthema. Doch der Kanton Zürich will seit zwei Jahren den Mangel beheben. Die Arbeit der vergangenen Jahre zeigt nun aber, dass zuerst die Situation der bestehenden Plätze verbessert werden muss, sagt Balthasar Thalmann.

Er ist beim Amt für Raumplanung für das Thema zuständig und hat festgestellt, dass bereits vorhandene Durchgangsplätze teilweise nur sehr schlecht ausgelastet sind: «Sei es, weil sie temporär wegen einer Chilbi nicht verfügbar sind oder schlicht, weil dort keine Infrastruktur vorhanden ist.»

Nur schon kleine Verbesserungen bei bestehenden Plätzen könnten also für Entspannung sorgen. Urs Glaus, Geschäftsführer der Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende», stimmt dem zu: «Das ist eine realistische Politik.»

«Gelegenheiten am Schopf packen»

Dazu gehört auch, dass die Behörden eng mit den Fahrenden zusammenarbeiten. Balthasar Thalmann: «Bevor wir Geld ausgeben, gehen wir zusammen auf den Platz, um zu schauen, ob der Ort überhaupt geeignet ist.» Solche Begehungen habe es diesen Frühling bereits gegeben. In kleinen Schritten geht es also voran. Die Suche nach neuen Durchgangsplätzen bleibt aber diffizil, bestätigt Balthasar Thalmann vom Zürcher Amt für Raumplanung: «Gelegenheiten muss man am Schopf packen.»

Und eine solche Chance habe sich erst kürzlich ergeben, lässt Thalmann durchblicken. Um Einzelheiten bekanntzugeben, sei es aber noch zu früh.