Universität Zürich startet neuen Feldversuch mit Gentech-Weizen

Die Forscher wollen in diesem Versuch die Chancen und Risiken untersuchen, die mit der Aussaat von gentechnisch verändertem Weizen verbunden sind. Das Feld für den Versuch stellt schon zum zweiten Mal die Forschungsanstalt Agroscope im Zürcher Reckenholz zur Verfügung.

Im Vordergrund ein Wachmann mit Hund vor einem Gittertor, der Blick geht in den Zwischeraum zwischen zwei hohen Maschendrahtzäunen, der eine davon auf der Krone mit Stacheldraht bewehrt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weizen im Hochsicherheitstrakt: Die Schutzmassnahmen für die zarten Pflanzen sind massiv. Keystone

Das Feld ist doppelt umzäunt und rund um die Uhr schwer bewacht. Agroscope, die Forschungsanstalt des Bundesamtes für Landwirtschaft, bezeichnet das Areal als «Protected Site». Es sind die bewährten Sicherheitsmassnahmen, die eingeführt wurden, nachdem Gentech-Kritiker im Sommer 2008 ein erstes Versuchsfeld schwer beschädigt hatten. Die Attacke konnte nur den ersten Teil der dreijährigen Versuchsreihe verhindern.

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Zerstörung blieb ohne Strafe

Eine Hand hält abgeschnittene Weizenhalme.

Mit Sicheln und Sensen abgemäht: Der Gentech-Weizen von 2008 Keystone

Der erste Freilandversuch der Universität Zürich mit gentechnisch verändertem Weizen wurde von Gentech-Kritikern zerstört. Vier mutmassliche Täter mussten sich deswegen im Herbst 2013 vor Gericht verantworten. Sie wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Bericht dazu im «Regionaljournal».

Freilandversuche notwendig

Nun haben Forscher der Universität Zürich auf dem gleichen Feld erneut gentechnisch veränderten Weizen ausgesät. «Ohne diese Protected Site des Bundes wäre diese Forschung nicht möglich, die Kosten wären zu hoch», sagt Beat Keller, Professor am Institut für Pflanzenbiologie der Universität Zürich, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Für seine Forschung brauche es die Möglichkeit, Versuche unter natürlichen Bedingungen im Feld durchführen zu können. Der Weizen, den Beat Keller am 13. März 2014 auf dem Versuchsfeld ausgesät hat, soll der Weizenkrankheit Mehltau besser widerstehen können als herkömmliche Weizensorten.

Nur der Anfang

Agroscope stellt das Versuchsfeld einerseits Forschenden an den Hochschulen für ihre Feldversuche zur Verfügung. Die Forschungsanstalt zieht aber auch eigene Versuche in Betracht. In Planung sei zum Beispiel ein Versuch mit gentechnisch veränderten Kartoffeln, die gegen Kraut- und Knollenfäule resistent sein sollen. Oder einer mit Äpfeln, die Feuerbrand abwehren können und keinen Schorf entwickeln.

Skeptische Anwohner

Nachbarn beobachten das Versuchsfeld im Reckenholz mit unguten Gefühlen. Es seien in der Gentechnik noch viele Fragen offen, sagt Pia Meier, die Vizepräsidentin des Quartiervereins: «Deshalb ist mir als Anwohnerin schon nicht ganz wohl.» Sie kritisiert auch die Informationspolitik von Agroscope. Man habe erst erfahren, dass das Feld wieder in Betrieb genommen wurde, als der Weizen schon ausgesät war.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Freilandversuch mit gentechnisch verändertem Weizen

    Aus Tagesschau vom 19.3.2014

    Das Versuchsfeld ist gut bewacht, damit wirklich nichts passieren kann. Denn bei Agroscope in Reckenholz ist schon vor einigen Tagen ein neuer Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen gestartet worden.