Zum Inhalt springen
Inhalt

Zürich Schaffhausen Unternehmenssteuerreform: Stadt Zürich befürchtet hohe Einbussen

Der Zürcher Stadtrat hat keine Freude an der Unternehmenssteuerreform III, wie sie die Bundesversammlung formuliert hat. Die Effekte der neuen Bestimmungen seien nicht absehbar und könnten der Stadt grosse Verluste bescheren. Mit einschneidenden Folgen.

Mann gestikuliert mit Kugelschreiber
Legende: Skeptisch: Der Zürcher Finanzvorsteher Daniel Leupi befürchtet massive Steuerverluste. Keystone

National- und Ständerat haben sich auf eine gemeinsame Vorlage zur Unternehmenssteuerreform III geeinigt. Den Vorschlag des Bundesrats haben die Parlamente dabei in einigen Punkten ergänzt – nicht zur Freude der Stadt Zürich. Im Gegensatz zum Kantonalzürcher Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP), der «damit leben kann», sieht der Stadtzürcher Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) schwarz.

In einer Stadt wie Zürich mit kapitalstarken Unternehmen seien die Effekte einer zinsbereinigten Gewinnsteuer nicht absehbar, sagte Leupi gegenüber dem Regionaljournal. «Es können Effekte entstehen, die viel grössere Steuerverluste auslösen könnten als damals bei der Unternehemenssteuerreform II.» Generell unterstützt Leupi die Idee der Unternehemenssteuerrefom III. Seiner Ansicht nach schiesst die Vorlage jedoch über die Ziele hinaus, die sie erreichen möchte – nämlich Steuerprivilegien abzuschaffen und als Ausgleich neue Anreize für Firmen zu schaffen.

Die Vorlage geht weiter als nötig, um das Ziel zu erreichen.
Autor: Daniel LeupiFinanzvorsteher Stadt Zürich

«Das dritte Ziel, dass wir nach wie vor Erträge haben und die Steuern nach wie vor fliessen, damit wir unsere Infrastruktur finanzieren können – dieses Ziel hat man ein Stück weit aus den Augen verloren», ist Leupi überzeugt. Nur schon durch die Massnhamen auf kantonaler Ebene rechnet er mit jährlichen Steuereinbussen für die Stadt von 270 bis 450 Millionen Franken. Die entsprechenden zusätzlichen Ausfälle auf städtischer Ebene kann Leupi noch gar nicht abschätzen. Jedenfalls, so Leupi, wäre es ein Einschnitt, der dem Standort Zürich nur schaden würde. «Wir müssten viele Leistungen, von denen auch Unternehmen profitieren, radikal herunterfahren.»

Kaum Chancen an der Urne

Da auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger unter den Leistungskürzungen zu leiden hätten, gibt Leupi der Vorlage an der Urne kaum eine Chance. Sollte die Unternehemenssteuerreform in der jetzigen Form dennoch durchkommen, erwartet der Zürcher Stadtrat vom Kanton zumindest eine teilweise Entschädigung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.