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Unterwegs mit ÖV-Kontrolleuren «Angegriffen zu werden, gehört zu unserem Job»

Sie werden angepöbelt und angegangen und müssen doch ruhig bleiben. Wie machen Billetkontrolleure das? Wie werden sie geschult? «Schweiz Aktuell» hat sie begleitet.

Legende: Video Ticketkontrolleure im Einsatz abspielen. Laufzeit 08:40 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 11.07.2018.

«Jedes Mal, wenn sich die Bustüre öffnet, kann etwas passieren.» Alberto de Stefani ist bereits voll bei der Sache, bevor die Billetkontrolle überhaupt beginnt. «Ich habe schon erlebt, dass ein Fahrgast uns mit den Füssen voran entgegen gesprungen und abgehauen ist.»

Gewalt und Pöbeleien sind bei den Billetkontrolleuren ein grosses Thema. Brisanz erhielt das Thema nach einem Vorfall in Zürich, als eine Billetkontrolle eskalierte. Ein Kontrolleur sitzt seither in U-Haft.

Angriffe gehören dazu. Würde ich zurückschlagen, wäre ich im falschen Job.
Autor: Alberto de StefaniBilletkontrolleur

«Es gibt Situationen, in denen wir an unsere Grenzen kommen», sagt Alberto de Stefani, der für die Postauto AG die Winterthurer Busse kontrolliert. «Doch dann greift ein Kollege ein und versucht zu deeskalieren.» Selbst gewalttätig werden bei einer Kontrolle, das könne ihm nicht passieren. «Sonst wäre ich im falschen Job.»

Wir rekrutieren nur teamfähige und stressresistente Leute.
Autor: Hans Martin RudolphSchulungsleiter der VBZ-Kundenberater

Bei der VBZ würden deshalb nur Leute eingestellt, die teamfähig, stressresistent und sozialkompetent seien, sagt Hans Martin Rudolph, Schulungsleiter der Kundenberater, wie die VBZ die Kontrolleure nennt. Die Kontrolleure üben, wie sie sich in der Kontrolle verhalten müssen. Dabei ist besonders das Auftreten wichtig. «Fester Stand, Hände vor den Körper, Blickkontakt, gesunder Abstand», so beschreibt Hans Martin Rudolph die ideale Körperhaltung.

«Wichtig ist auch, dass wir eine Eskalation kommen sehen.» Häufig seien Alkohol oder Drogen im Spiel, wenn die Kontrolleure angegriffen würden. «Ausweichen und Hilfe holen», sei die Devise, sagt Rudolph. Zum Fall des Kontrolleurs, der zurückgeschlagen haben soll, will sich Rudolph nicht äussern. Nur so viel: «Wir analysieren ihn und werden versuchen, Lehren daraus zu ziehen.»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Paul (Karl Paul)
    Für die Kontrolleure ist klar: Wer kein Billet vorweisen kann, ist ein Schwarzfahrer. Er handelt in böser Absicht und wird bestraft. Wer kein Billet vorweisen kann, weil er es vergessen usw. und in keiner bösen Absicht handelt, wird gleich hart bestraft wie der Schwarzfahrer. Das es keinen Ermessensspielraum gibt ist nicht richtig.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Ich würde folgendes sagen wer Respekt gegenüber sich fordert, der muss auch bereit sein Respekt gegenüber anderen zu geben, wo wird das heute noch gelernt und wo sind die Vorbilder geblieben, ich meine überall ? Weil man nicht bereit ist an sich zu arbeiten, denn das ist ein knochenharter Job.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Der gestrige Beitrag in der Sendung "Schweiz aktuell", zeigt ein reines Versteckspiel der heutigen Gesellschaft: Keiner der Kontrolleure im öV gibt ehrlich Antwort auf konkrete Fragen! Alle haben Angst, es könnten unangenehme Rückfolgen vom Arbeitgeber oder von den "Berufs-Schwarzfahrern" resultieren! Unter vier Augen (im privaten Umfeld) erfährt man dann schon klare Antworten und Erfahrungen aus dem undankbaren (sehr gefährlichen) Berufs-Alltag eines Billet-Kontrolleurs! Oft sei es Horror!
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