Unverständliche Bauauflagen? Hier wird Ihnen geholfen

Die Stadt Zürich greift den Bauherren mit einem direkten Draht unter die Arme. Ein «Sorgentelefon» soll helfen, Probleme bei der Umsetzung von Bauauflagen rasch und unbürokratisch zu lösen.

Eine Bauleiterin und ein Bauleiter beugen sich über Pläne Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wenn alles brüten nichts hilft: Das «Sorgentelefon» verspricht schnelle Hilfe. Colourbox

Die Garageneinfahrt muss breiter gestaltet werden, verfügt die Dienstabteilung für Verkehr. Grün Stadt Zürich wiederum will den Vorgarten keinen Millimeter kleiner haben, als es das Gesetz vorsieht. Bis jetzt waren Bauherren mit solchen widersprüchlichen Bauauflagen auf sich gestellt. Seit Montag schafft das «Sorgentelefon für Bauherren» der Stadt Zürich bei solchen und anderen Problemen Abhilfe.

Am Draht sitzt Thomas Feyer, Kreisarchitekt der Stadt Zürich. Er hat viel Erfahrung in Bauverfahren und verfügt über ein profundes Wissen im Umgang mit den beteiligten Ämtern der Stadt. Noch läuft das Sorgentelefon nicht heiss, das Amt für Baubewilligungen rechnet aber in Zukunft mit zwei bis drei Anrufen pro Arbeitstag, sagt der Amtsleiter, Ulrich B. Mayer. Die Stadt Zürich erteilt pro Jahr rund 3700 Baubewilligungen. Grosszügig gerechnet, werfen also 20 Prozent davon Fragen auf.

Hilfe im Ämterdschungel

Helfen kann das Sorgentelefon aber nur Bauherren, die über eine rechtskräftige Baubewilligung verfügen: «Wenn damit Auflagen verbunden sind, die ein Bauherr nicht recht umzusetzen weiss, ist die Helpline zuständig», erklärt Mayer. Thomas Feyer vermittelt zwischen den Ämtern und sucht eine Lösung, mit der alle Beteiligten leben können. Wer mit den Auflagen jedoch grundsätzlich nicht einverstanden ist, muss nach wie vor einen Rekurs einlegen.

Das «Sorgentelefon» ist die Antwort der Stadt auf eine Initiative vom Hauseigentümer- und vom Gewerbeverband. Diese wollten per Initiative eine eigene Ombudsstelle lancieren, weil eine zentrale Anlaufstelle fehlte. Bauherren verirrten sich zuweilen im Ämterdschungel und beklagten sich über Willkür.

Das «Sorgentelefon» läuft als Pilotprojekt fünf Jahre lang. Jedes Jahr erhält das Stadtparlament einen Rechenschaftsbericht.