Ursula Moor: Eine Unbeirrbare tritt von der Gemeindebühne ab

Seit 28 Jahren bestimmt Ursula Moor (SVP) die Geschicke der Zürcher Unterländer Gemeinde Höri mit. Seit 2002 bekleidet sie als erste Frau dort das Gemeindepräsidium. Nun hat sie genug und macht am 30. März einem Nachfolger Platz. Obwohl die Luft eigentlich noch nicht raus sei.

Der Zeitpunkt ist für Ursula Moor günstig. Obwohl in ihr immer noch das «innere Feuer» brenne, habe sich innerhalb ihrer Partei, der SVP, abgezeichnet, dass ein geeigneter Nachfolger für das Gemeindepräsidium von Höri bereit stehe. So begründet die 59-Jährige ihren Abgang nach 28 Jahren aus der Gemeindepolitik im Wochengast-Interview des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Ursula Moor wurde 1986 als junge Mutter und erste Frau in Höri in das Exekutivamt gewählt. In die Aufgabe als Politikerin sei sie einfach reingewachsen. «Ich finde es etwas Grossartiges, wenn man einen Beitrag für die Allgemeinheit leisten kann.» Die nötige Unterstützung dafür erhielt sie von ihrem Ehemann und ihren Eltern, welche sich bei Bedarf um die zwei damals schulpflichtigen Kinder kümmerten.

Eine Teamplayerin, die nicht im Vordergrund stehen muss

Das ganz grosse Rampenlicht hat die Hausfrau und KV-Angestellte Ursula Moor nicht gesucht. Sie wurde sowohl als Regierungsratskandidatin angefragt als auch als Präsidentin der SVP des Kantons Zürich. Aber sie lehnte ab. «Die grosse Bühne steht für mich im Dorf, ich wollte lieber nahe bei den Bürgern sein.» Als Zürcher Regierungsrätin hätte sie ausserdem wohl eine Flughafen-Politik mittragen müssen, die nicht mit ihren Überzeugungen als Präsidentin des Schutzverbands der Bevölkerung rund um den Flughafen vereinbar gewesen wäre.

Möchte im Kantonsrat weiter politisieren

Nach der Gemeinderatswahl von Höri vom 30. März tritt Ursula Moor nun etwas kürzer. Im kommenden Sommer gibt sie auch ihr Amt als Präsidentin des Flughafen-Schutzverbands ab. Der Politik möchte sie aber weiterhin treu bleiben. Im Interview mit dem Regionaljournal kündigte Moor an, 2015 nochmals als Kantonsrätin zu kandidieren.