Verdächtige Vorfälle vor jüdischer Schule in Zürich

Die Zürcher Stadtpolizei hat am Donnerstagmorgen eine jüdische Tagesschule abgeriegelt. Wie die Polizei meldet, hat ein verdächtig aussehendes Fahrzeug den Einsatz ausgelöst. Nicht erst seit diesem Vorfall fordern jüdische Organisationen von der Stadt mehr Unterstützung bei der Bewachung.

Video «Polizeieinsatz bei jüdischer Schule in Zürich» abspielen

Polizeieinsatz bei jüdischer Schule in Zürich

2:34 min, aus Schweiz aktuell vom 17.12.2015

Die Schule an der Schöntalstrasse im Zürcher Kreis 4 meldete am Mittwochabend, dass ein verdächtiges Fahrzeug mit einer belgischen Nummer mehrmals an der Schule vorbeigefahren sei. Bereits am Mittwochnachmittag hatte sich ein unbekannter Mann im Bereich der Schule verdächtig verhalten und fotografiert. In Absprache mit den Verantwortlichen der Schule ergriff die Polizei verschiedene Sicherheitsmassnahmen.

Unter anderem wurde am Donnerstagvormittag die Schöntalstrasse zwischen dem Stauffacherquai und der Hallwylstrasse für einige Stunden gesperrt. Am Nachmittag wurde die Strasse wieder geöffnet, die Polizei hat jedoch noch weitere Massnahmen für die Sicherheit der Schule getroffen.

Details über den Einsatz gab die Polizei nicht bekannt, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Hinweise auf eine strafbare Handlung oder eine konkrete Drohung liegen der Polizei bis jetzt nicht vor. Der Unterricht ging für die Schülerinnen und Schüler trotz des Einsatzes weiter. An der Tagesschule werden rund 180 Kinder unterrichtet.

ICZ verlangt Unterstützung bei Sicherheitskosten

Nicht erst seit dem neuesten Vorfall an der Schönaustrasse fordern die jüdischen Organisationen eine finanzielle Unterstützung für ihre Sicherheitskosten. Wie Frédéric Weil, Generalsekretär der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), auf Anfrage des «Regionaljournals Zürich Schaffhausen» sagt, seien die Kosten zur Bewachung von Synagogen und jüdischen Schulen in den letzten Jahren markant angestiegen.

Der ICZ hat deshalb beim Stadtrat kürzlich ein neues Gesuch eingereicht. Dieses trifft bei der Stadt grundsätzlich auf Verständnis. Mathias Ninck, Leiter Kommunikation im Polizeidepartement, sagte dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», man prüfe zurzeit die Anfrage nach finanzieller Unterstützung. «Der Polizeivorsteher Richard Wolff hat durchaus Sympathien für diese Forderungen.» Ob die Stadt Gelder spricht oder in einer anderen Form helfe, entscheide der Stadtrat im neuen Jahr.