Viel frischer Wind in der Stadtzürcher Politik

FDP, SVP, Grüne: Sie alle haben in der Stadt Zürich neue Parteipräsidenten erhalten. Was können die drei Neuen bewegen – und wie beeinflusst dies allenfalls die Wahlen in zwei Jahren? Eine Auslegeordnung.

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Bildlegende: FDP, Grüne und SVP haben neue Präsidenten. Was bedeutet dies für die Politik in der Stadt Zürich? Keystone/Collage SRF

Zuerst die Stadtzürcher FDP: Ihr neuer Präsident, Severin Pflüger, steht für eine neue Generation. Mit 37 Jahren ist er der Jüngste unter den neugewählten Präsidenten. Er vertritt die Freisinnigen selbstbewusst – im Wissen um den Erfolg bei den letzten Wahlen.

Felix Moser heisst der neue Mann an der Spitze der Grünen. Moser fiel als Stadtparlamentarier bis anhin nicht gross auf. Noch ist unklar, in welche Richtung er die Grünen führen wird. Was klar ist: Der 47-Jährige kann unbelastet an die Sache herangehen. Er hat die schmerzvolle Spaltung, die es mit der Gründung der Grünliberalen 2004 gab, nur am Rande miterlebt.

Ein alter Bekannter ist der neue Chef der SVP: Mauro Tuena prägt die Politik der Partei in verschiedenen Funktionen seit rund 20 Jahren. Er will am bewährten Kurs festhalten, welcher die SVP zur zweitstärksten Kraft in der Stadt Zürich machte. Dank seiner langjährigen Erfahrung ist Tuena bestens vernetzt; man weiss, was man an ihm hat.

Für die bürgerlichen Parteien könnten die Wechsel an der Spitze von SVP und FDP eine Chance sein für eine bessere Zusammenarbeit. Bereits heute pflegen Severin Pflüger, Mauro Tuena und auch CVP-Präsident Markus Hungerbühler einen guten Austausch. Das Ziel sei es, sagt Pfüger, «dass wir unsere Agenda künftig den anderen aufdrängen». Dies klappe bloss mit einer starken Partnerschaft über die Parteigrenzen hinweg.

Eine Kampfansage also an die linken Parteien, die in der Stadt Zürich nach wie vor das Sagen haben. Diese bleiben jedoch relativ gelassen. Die SP dominiert in Zürich. Die AL war die grosse Wahlsiegerin bei den letzten Wahlen. Einzig die Grünen müssen sich etwas einfallen lassen, um wieder mehr Wähler zu gewinnen. Neu-Präsident Felix Moser meint dazu: «Wir müssen unsere Leistungen wieder besser in Erinnerung rufen – sei es die Veloförderung oder die 2000-Watt-Gesellschaft.»

Die Karten in der Stadtpolitik sind also neu gemischt. Wer das Spiel am Ende gewinnt, werden die nächsten Wahlen 2018 zeigen.

(frid; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)