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Zürich Schaffhausen Vision oder Grössenwahn? Schaffhausens Wachstumspläne ecken an

Knapp 36‘000 Einwohner leben in der Stadt Schaffhausen. Jetzt soll die Stadt um fast ein Drittel erweitert werden, um Wohnraum zu schaffen für 12‘000 neue Bewohner. Die Wirtschaftsförderung erhält für diese Idee nicht nur Applaus.

Legende: Video Schaffhausen soll wachsen abspielen. Laufzeit 05:26 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.05.2013.

Der Kanton Schaffhausen will wachsen. Bis 2030 strebt die Regierung ein Bevölkerungswachstum von heute 78‘000 auf rund 90‘000 Einwohner an. Platz für 12‘000 Zuziehende gäbe es im Kanton genug - die Landgemeinden verfügen zum Teil über grosse Baulandreserven. Doch damit gäbe es eine weitere Zersiedelung der Landschaft. Genau hier setzt die Idee der Schaffhauser Wirtschaftsförderung an.

Sie möchte, dass der Kanton einen Quadratkilometer Waldfläche oder Landwirtschaftsland in der Nähe der Stadt Schaffhausen verkauft und diese Fläche dann verdichtet überbaut wird. Der Kanton könnte mit dem Erlös aus dem Landverkauf - so die Wirtschaftsförderung - auch seine Kasse sanieren.

Es braucht Kultur-, nicht Bauland.
Autor: Bernhard EgliPro Natura Schaffhausen

Naturschutzverbände sind empört. Für Bernhard Egli von Pro Natura Schaffhausen etwa ist es absurd, Wald oder Landwirtschaftsland für Überbauungen zu opfern. Schaffhausen verfüge über genügend Bauland. Ausserdem verstosse es gegen das Gesetz, Wald zu roden.

Es gibt auch positive Stimmen

Begrüsst wird der Vorschlag vom Schaffhauser Stadtbaumeister Jens Andersen: «Die Stadt Schaffhausen ist flächenmässig an ihre Grenzen gestossen. Es ist deshalb interessant, über den Wald als Fläche für urbane Erweiterung zu diskutieren.» Aus städtebaulicher Sicht hat Andersen aber Bedenken.

Das ist eine Erweiterung der Stadt Schaffhausen um ein Drittel, das ist gewaltig!
Autor: Jens AndersenSchaffhauser Stadtbaumeister

Eine solche Vergrösserung mache auch zusätzliche Infrastruktur nötig, was wiederum zu grossen Kosten führe. «Solche Überlegungen müssen miteinbezogen werden.»

Satellitenstadt im Grubental

Ideen wie diese sind in Schaffhausen nicht neu. Bereits in den 60er-Jahren war im Grubental eine Satellitenstadt für 12‘000 Bewohner geplant. Damals blieb es allerdings bei der Idee. Das Projekt scheiterte hauptsächlich an hohen Erschliessungskosten.

Die Wirtschaftsförderung hat mit ihrem Vorschlag eine neue Diskussion lanciert. In einem nächsten Schritt möchte sie im Sommer ein Projekt dazu starten, zusammen mit der ETH Zürich. Dieses soll die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Raumplanung für den Kanton Schaffhausen aufzeigen und der Bevölkerung näher bringen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Paul Bürger, Schweiz
    Wenn Wirtschaftsförderer keine Ideen mehr haben, wollen sie mit dem Zauberwort Wachstum Probleme lösen & ihre gescheiterten Projekte über die Zeit (Mandate) retten. Dies ist ein verheerendes & sehr kurzsichtiges Verhalten. Der desaströse Irrglaube, Wachstum würde irgend ein Problem lösen ist noch immer in den Köpfen ideenloser Wirtschaftsförderer. Wachstum bringt neue, grössere Probleme bei Infrastruktur, Lebensqualität udgl.! Hr. Holenstein, das ist keine Vision, das ist eine Schnapsidee!
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