Vom Kinderzimmer ins Museum

Knallbunt, weich und formbar: Jedes Kind kennt Plastilin. Nun hat es die Knetmasse zum ersten Mal in eine Ausstellung geschafft. Neben Comicfiguren zeigt das Gewerbemuseum Winterthur auch psychedelische Musikvideos - und eine Bar.

Natürlich darf eine Figur nicht fehlen: Pingu, der in den 90er-Jahre über alle Schweizer Bildschirme flimmerte. Dass in ihrer Ausstellung zwei originale Figuren des Plastilin-Pingus aus dem Zürcher Oberland zu sehen sind, darauf ist die Kuratorin Susanna Kumschick besonders stolz: «Pingu ist eines der grossen Exportprodukte der Schweiz.»

Und der Pinguin steht in einer Reihe von vielen beliebten Comicfiguren aus Knetmasse. Neben Wallace und Gromit lockte in den letzten Jahren auch das Schaf Shaun die Zuschauer in die Kinosäle.

Neben Schafen und Pinguinen zeigt die Ausstellung Plastilin in allen Farben und Formen. Denn Susanna Kumschick hat alles zusammengetragen, was mit diesem Material aus Wasser, Öl, Wachs, Stärke und Pigmenten zusammenhängt.

Für sie war es überfällig, dass Plastilin eine Ausstellung gewidmet wird: «Es ist ein solch lebensfrohes Material. Das muss man ehren. Diese Ausstellung ist eine Hommage an die Knetmasse.»

«  Plastilin ist ein so lebensfrohes Material. »

Susanna Kumschick
Kuratorin

Zu sehen sind etwa Musikvideos aus den Achtziger Jahren. Damals experimentierten Künstler wie Frank Zappa, Peter Gabriel oder Michael Jackson in ihren Clips mit Plastilin. Aber auch Fotos sind zu bestaunen.

Und gar eine regelrechte Bar. Der deutsche Künstler Henrik Jacob hat eine solche aus Plastilin nachgebaut. Diese darf auch berührt werden. Denn anfassen ist erlaubt: «Wir gehen davon aus, dass die Besucherinnen und Besucher Lust bekommen, selber zu modellieren», so Susanna Kumschick. Deshalb stehen zwei grosse Plastilin-Blöcke zur Verfügung, an denen man sich austoben kann.