Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Zürcher Klimapolitik: Mit Verboten oder mit Anreizen etwas bewegen? abspielen. Laufzeit 11:43 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 22.02.2019.
Inhalt

Wahlkampf in Zürich Junge FDP vs Junge Grüne: Was ist die richtige Klimapolitik?

Im Studio des «Regionaljournals» kreuzen Selina Walgis und Sandro Lienhart die Klingen.

Sie sind die Hoffnungsträger ihrer Mutterparteien. In den Jungparteien verdienen sie sich ihre Sporen ab und üben sich in der politischen Debatte. Das «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» bittet Vertreterinnen und Vertreter der Jungparteien an den Tisch und lässt sie über ein aktuelles Thema streiten.

Die 26-jährige Selina Walgis (Co-Präsidentin Junge Grüne) und der 27-jährige Sandro Lienhart (Präsident der Jungfreisinnigen) sprechen über ihr Engagement und debattieren die Zürcher Umweltpolitik.

SRF News: Anfang Monat gingen über 10'000 Menschen gegen den Klimawandel auf die Strasse. Was machen die Schülerinnen und Schüler besser als die Jungen Grünen, denen es nie gelungen ist, in ihrem Kernthema so viele Leute zu mobilisieren?

Selina Walgi: Ob sie es besser machen, weiss ich nicht. Aber sie schaffen es, eine breite Gruppe auf die Strasse zu bringen. Für Themen, die uns auch wichtig sind. Wir begrüssen diese Bewegung sehr, sie hat eine starke Wirkung. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit der Frage, wie es möglich ist, diesen Protest in den politischen Betrieb zu übersetzen.

Die Klimapolitik ist das Thema der Stunde. Ein Thema, das im Kernprogramm der Jungen Freisinnigen fehlt. Bedauern Sie das?

Sandro Lienhart: Gar nicht. Es ist auch nicht ganz korrekt, dass Umweltpolitik kein Kernthema des Freisinns ist. Wir beschäftigen uns schon lange mit Klimapolitik. Im Kanton Zürich haben wir von der FDP ein Positionspapier verabschiedet, das die Richtung vorgibt. Worin wir uns unterscheiden, ist der Weg, den wir sehen um ans Ziel zu gelangen.

Selina Walgis: Das sind schöne Worte, Sandro. Aber genau weil nur Positionspapiere verfasst werden, statt konkrete Anpassungen vorgenommen werden, gehen die Leute jetzt auf die Strasse. Weil nur geredet wird – und nichts passiert. Die Jungen wollen echte Lösungen.

Sandro Lienhart: Da bin ich einverstanden, dass wir in Sachen Klima jetzt handeln müssen. Im Unterschied zu den linken Parteien wissen wir von den Jungen Freisinnigen: Jeder Franken, den wir in den Klimaschutz investieren, müssen wir irgendwo hernehmen. Es braucht kontinuierliche Veränderungen mit neuen Technologien – keine leeren Versprechungen, für die wir kein Geld haben.

Wahlpodium: Wer ist fit für den Regierungsrat?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
Ein goldener Löwe mit Zürcher Wappen am Eingang des Zürcher Rathaues
Legende:ZVG

Acht Männer und fünf Frauen, fünf Bisherige und acht Neue bewerben sich um einen Sitz im Zürcher Regierungsrat. Das «Regionaljournal» und die NZZ stellen sie auf den Prüfstand. Hören Sie, wofür die Kandidatinnen und Kandidaten stehen. Am Dienstag 26. Februar um 20 Uhr auf SRF 4 News.

Verlassen wir die Klimapolitik und blicken auf Ihr Verhältnis zur Mutterpartei. Wo konnten die Jungfreisinnigen die Politik der FDP beeinflussen in den vergangenen vier Jahren?

Sandro Lienhart: Die Jungfreisinnigen haben mehr Freiheiten als die Mutterpartei. Unser grosser Vorteil ist, dass wir nicht ständig Mehrheiten im Kantonsrat suchen müssen. Konkret haben wir für die Mittelstandsinitiative gekämpft oder die Diskussion über No-Billag innerhalb der FDP geführt. In beiden Fällen haben wir die Ausrichtung der Mutterpartei mitgeprägt.

Wo konnten Sie, Selina Walgis, den Kurs der Grünen mitbestimmen?

Selina Walgis: Unsere Rolle sehe ich darin, die Entscheidungen der Mutterpartei kritisch zu hinterfragen. Beispielsweise waren wir überhaupt nicht der gleichen Meinung wie die Parteispitze, dass die Grünen die Wiederwahl von SP-Regierungsrat Mario Fehr unterstützen sollten. In diesem Punkt konnten wir unsere Linie letztlich durchbringen.

Sie treten beide als Kandidatin, als Kandidat zu den Kantonsratswahlen an. Wenn Sie gewählt würden: Wie sähe ein gemeinsamer Vorstoss aus?

Selina Walgis: Hoffentlich im Bereich Klimapolitik. Wenn ich höre, dass du einverstanden bist, dass der Treibhausgas-Ausstoss bis im Jahr 2050 auf Null reduziert werden soll, kommen bei mir Hoffnungen auf.

Sandro Lienhart: Wir Jungfreisinnigen sind bereit, einen Kompromiss einzugehen. Das ist auch nötig, seit sich die SVP komplett aus der Klimapolitik verabschiedet hat. Gerade unter den Jungen können wir uns auch über Parteigrenzen hinweg finden, vielleicht auch bei Klimafragen.

Das Streitgespräch leitete David Vogel. In voller Länge zum Nachhören finden Sie das Gespräch im Audio-File oben.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Gaston Pfister  (Gaston Pfister)
    Nachweislich gibt es seit Menschengedenken Klimawechsel auf der Erde, auch als es noch keine Ölheizungen und Autos gab. Woher kommt der Name Grönland? Schlimm genug! Wenn aber Nobelpreisträger einen menschlichen "Schuld" anzweifeln, sollte man auch ihre Argumente hören und nicht kopflos in einen konzertierten Aktivismus verfallen die man später bereuen könnte. Wissenschaft ist keine Demokratie!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von N. Schmid  (Schmid)
    Kein europäisches Land verheizt so viel Erdöl wie die Schweiz. Das ist nicht nur bedauerlich für die Umwelt, sondern vor allem auch volkswirtschaftlicher Stumpfsinn, da die Schweiz über keine einzige Ölquelle verfügt. Es ist tragisch, dass ausgerechnet die FDP die Tatsache ignoriert, dass mit Wärmepumpen und erneuerbaren Energien viel mehr Wertschöpfung in der Schweiz geschaffen werden kann, als mit der Zementierung der teuren Ölscheichabhängigkeit.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Dass in der Schweiz pro Kopf mehr Heizöl verbrannt wird hängt mit dem Reichtum der Schweiz zusammen. Die ärmeren Länder verfeuern Kohle.
      Wärmepumpen und Solarzellen sind ok für neue Bauten, in alten Gebäuden lohnt sich eine Sanierung meistens nicht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen