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«Was macht eigentlich?» «Ich habe meine Ferienwohnung und mein grosses Auto verkauft»

Christine Maier moderierte 30 Jahre lang im Schweizer Fernsehen. Heute ist sie selbständige Kommunikationsberaterin.

Legende: Audio Was macht eigentlich Christine Maier? abspielen. Laufzeit 12:35 Minuten.
12:35 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 19.10.2018.

Christine Maier stand während dreissig Jahren in der Öffentlichkeit. Zuerst als Fernsehmoderatorin von diversen Sendungen im In- und Ausland. Danach war sie Chefredaktorin beim Sonntagsblick. Vor zwei Jahren hat sich Christine Maier selbständig gemacht. Sie arbeitet als Kommunikationsberaterin für Firmenchefs und Manager.

SRF: Christine Maier Sie haben sich vor gut zwei Jahren als Kommunikationsberaterin selbständig gemacht. Wie ist es dazu gekommen?

Christine Maier: Nach dreissig Jahren beim Fernsehen und zweieinhalb Jahren als Chefredaktorin beim «Sonntagsblick» habe ich mich gefragt: Was kann mich in dieser Welt noch so herausfordern? Da ist mir nichts eingefallen. Deshalb habe ich beschlossen, eine Pause zu machen. In dieser Pause sind Führungskräfte auf mich zugekommen und fragten mich, ob ich sie beraten könne. Die Mandate haben dann zugenommen und ich habe eine Firma gegründet.

Wie haben Sie gewusst, dass Ihnen diese Arbeit liegt?

Das war wirklich sehr schwierig. Ich hatte da schon schlaflose Nächte. Ich wusste nicht, ob ich das überhaupt kann und ob ich damit genug Geld verdiene – ich habe ja auch noch zwei erwachsene Kinder zuhause. Das Geschäft läuft aber gut. Ich bin sehr zufrieden.

Haben Sie sich auch ein Ziel gesetzt, wie viel Sie nach einer gewissen Zeit verdient haben wollen?

Ich habe meine Lebenskosten gesenkt, meine Ferienwohnung und mein grosses Auto verkauft. Heute fahre ich ein kleines Auto. So konnte ich meine Fixkosten senken. Somit muss ich keine Mandate annehmen, die ich eigentlich gar nicht möchte. Diese Umstellung ist mir sehr leicht gefallen.

Sie waren 30 Jahre Fernsehfrau in der Schweiz, aber auch im Ausland. Dann Chefredaktorin des Sonntagsblicks. Wussten Sie immer genau was Sie wollten?

Nein. Das hat sich alles so ergeben. Ich wollte auch nicht Fernsehansagerin werden. Oder später landete ich an einem Casting für eine Kindersendung, obwohl ich nicht wusste, ob mir das liegt. Ich hatte einfach auch immer Lust, etwas Neues zu wagen. Ich hatte immer wieder Leute um mich herum, die sagten: Komm mach das, du kannst das! Ich wollte diese Menschen nicht enttäuschen. Ich habe mich aber teilweise fast ein wenig überschlagen, weil ich jahrelang Mühe hatte, mit Kritik umzugehen.

Was heisst überschlagen?

Immer in der Öffentlichkeit zu stehen ist nicht wirklich gesund. Da kommt so viel Kritik auf einen zu und man möchte das vermeiden. Man versucht, perfekt zu sein, was natürlich nicht möglich ist. Das hat mich fast krank gemacht. Das steckt man nicht so einfach weg. Beim Sonntagsblick habe ich Leute teilweise so wütend gemacht, dass sie mir Briefe mit weissem Pulver geschickt haben. Man muss irgendwann lernen, damit umzugehen, sonst geht man zu Grunde.

Nun sind Sie seit zwei Jahren selbständig. Was kommt auf Sie in den nächsten Jahren noch zu?

Da bin ich genau so gespannt wie Sie. Ich habe keine Ahnung.

Das Gespräch führte Dorotea Simeon.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Hört ein Moderator oder Moderatorin beim Radio oder Fernsehen auf, wird er (oder sie) mit 80%iger Wahrscheinlichkeit: "Kommunikationsberater(in)!". Natürlich bringen solche Radio/TV-Leute gewisse Voraussetzungen mit, um Anderen beizubringen, wie man im Job, in politischen Aemtern oder in Vereinen kommuniziert! Wer jahrelang vor den Kameras oder Mikrofonen stand und Millionen von Zuschauern oder Zuhörer sagte (wo der Bartli den Moscht holt), der kann wohl kaum in einen normalen Beruf einsteigen!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, jeder ist seines Glückes Schmied :-)
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