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Was macht eigentlich? «Mein Sohn sagt immer ‹Götti ist der bessere Snowboarder›»

Simon Schoch aus Fischental wurde 2006 an der Olympiade Zweiter hinter seinem Bruder Philipp. 2007 an der WM in Arosa holte er Gold - vor seinem Bruder.

Legende: Audio «Das war eine Riesengeschichte» abspielen. Laufzeit 10:29 Minuten.
10:29 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 11.10.2018.

Zusammen mit seinem Bruder Philipp war er über Jahre hinweg die Snowboard-Nation Schweiz. Der heute 40-jährige Simon Schoch gewann an den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 Silber im Parallel-Riesenslalom. Ein Jahr später an der WM in Arosa war es umgekehrt. Gold für Simon, Silber für Philipp.

Heute führt er als Geschäftsleiter das Strassenbauunternehmen seiner Eltern und ist verantwortlich für 18 Angestellte.

Das Regionaljournal hat Simon Schoch beim Skilift seines Vaters in Fischental getroffen.

SRF: Wie wichtig war dieser Skilift für Ihre Karriere?

Simon Schoch: Ich weiss nicht, ob ich mit snowboarden begonnen hätte, wenn es diesen Lift nicht gäbe. Für uns, die nicht in den Bergen wohnten, war das sehr wichtig. Ich hoffe, dass dieser Lift auch in Zukunft für die Kinder aus der Region noch da ist.

2006 wurden Sie an den Olympischen Winterspielen hinter ihrem Bruder Zweiter im Parallel-Riesenslalom. Denken Sie noch oft daran?

Ja, jetzt sprechen mich auch meine Kinder darauf an. Es war ein einmaliger Moment, zusammen mit meinem Bruder auf dem Podest zu stehen. Es war ein Riesenmoment!

Ihr Sohn sagt offenbar immer, der «Götti» habe mehr Goldmedaillen gewonnen.

Ja, das wirft er mir immer vor. Er sagt, «Götti war besser als Du». Ich sage ihm dann, an der Olympiade 2006 sei Philipp tatsächlich besser gewesen, dafür hätte ich 2007 an der WM gewonnen. Dann antwortet er jeweils, die Olympiade sei wichtiger als die WM. Schlussendlich gebe ich ihm Recht und antworte ihm dann, «ja, der Götti war besser».

Heute sind Sie Geschäftsführer des Strassenbauunternehmens «Schoch und Hirzel AG». Was ist spannender?

Snowboarden war entspannter. Wenn damals etwas nicht klappte, war es nur mein Problem. Heute betrifft es die ganze Firma. Ich habe Verantwortung für 18 Personen. Ich muss dafür sorgen, dass es jeden Tag Arbeit für alle gibt. Da lastet ein schwerer Druck auf mir. Ich bin froh, dass ich schon als Sportler mit Druck umgehen musste. Das hilft mir nun.

Welche Rolle spielt das Snowboarden noch in Ihrem Leben?

Mein Bruder und ich produzieren immer noch Boards. Früher in Steg, nun in Japan. Wir sind immer noch an der Entwicklung beteiligt und testen die Bretter auch. Dazu begleiten wir die Fahrer unserer Boards an die Wettkämpfe. Das Snowboarden spielt also immer noch ein grosse Rolle.

Das Interview führte Nadine Markwalder.

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