Wasserrohrbruch: Tausende Zürcher Haushalte ohne Trinkwasser

Vom Rohrbruch betroffen waren der Zürichberg oberhalb der Susenbergstrasse und Witikon. Auch der Zoo und verschiedene grosse Hotels sassen bis am Dienstagmittag auf dem Trockenen. Die Stadt lieferte Trinkwasser-Notsäcke aus.

Mit Wasser gefüllte, durchsichtige Plastikbeutel, angeschrieben mit Notwasser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wenn nichts mehr aus der Leitung kommt: Die andere Art der Wasserversorgung in Zürich. zvg

Der Rohrbruch passierte am Montagabend um 21:30 Uhr und traf eine Zuleitung zum Reservoir Looren. Wegen Bauarbeiten war zu diesem Zeitpunkt auch die zweite Zuleitung abgestellt. Deshalb konnte das Reservoir in der Nacht nicht mehr aufgefüllt werden, teilt die Wasserversorgung der Stadt Zürich mit.

Wenn es nicht einmal mehr tröpfelt

Der Wassermangel im Reservoir führte zu einem Druckabfall in den Gebieten Witikon und im Dolderquartier. In der Folge lief in den Toiletten und Duschen kein Wasser mehr. Alle Wasserhahnen blieben trocken.

Neben Tausenden von Haushalten mussten auch die grossen Hotels am Zürichberg ohne fliessendes Wasser auskommen. Die Gäste reagierten unterschiedlich. Das Hotel Zürichberg verlor Kundinnen und Kunden. «Viele Gäste sind abgereist und auch Meetings wurden annuliert», erklärt Roger Neuenschwander, Chef des Hotels Zürichberg, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Noble Kundschaft mit Geduld

Gelassener nahm es die Kundschaft im Nobelhotel Dolder Grand. «Die Gäste nahmen es zum Teil sogar mit Humor», erzählt Doldersprecherin Vanessa Flack: «Dafür sind wir dankbar.» Auch die Angestellten seien mit der Situation gut umgegangen. So habe zum Beispiel der Koch, der in der Nacht Dienst hatte, die Eiswürfel aufgetaut, damit am Morgen Wasser für Tee und Kaffee bereit stand.

Elefanten duschen mit dem Wasser aus dem Becken

Auch für die Tiere im Zoo war der Wasserunterbruch kein Problem. «Wir hatten alle Becken gefüllt und die Tiere brauchen nicht die gleiche Trinkwasserqualität wie der Mensch», konstatiert Zoodirektor Alex Rübel. Grenzwertig war dagegen die Toilettensituation für die Zoo-Gäste. Im ganzen Zoo standen nur drei Toitoi-Toiletten zur Verfügung.

Die Wasserversorgung Zürich konnte den Schaden an der Leitung im Laufe des Morgens reparieren. Es dauerte aber, bis im Reservoir wieder genügend Wasser war, um in den Leitungen wenigstens ein bisschen Druck aufzubauen. Erst nach dem Mittag waren alle Haushalte wieder mit Wasser versorgt. Zur Überbrückung hatte die Wasserversorgung hunderte Liter sogenanntes «Notwasser» verteilt: Trinkwasser in Plastikbeuteln.