Wenn das Dach über dem Kopf auch den Strom liefert

Selbst Strom produzieren und diesen in die eigenen Steckdosen leiten: Das ist in Zürich neu auch für Mieterinnen und Mieter möglich. Die erste Siedlung, die von diesem neuen Angebot des Elektrizitätswerks Zürich (ewz) profitiert, ist eine Genossenschaftssiedlung in Zürich-Leutschenbach.

Solarpanels auf einem Hausdach Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Baugenossenschaft «mehr als wohnen» will nicht weniger als das Wohnen revolutionieren. Keystone (Symbolbild)

Bis jetzt konnten nur Besitzer von Einfamilienhäusern den selbst produzierten Strom ins hauseigene Netz einspeisen. Dank modernen Stromzählern, den Smartmetern, könne dies das EWZ nun auch Mieterinnen und Mietern anbieten, sagt Esther Rutz, Sprecherin beim Elektrizitätswerk Zürich (ewz). «Damit ist es möglich, den Stromverbrauch für die einzelnen Wohnungen ganz genau - auf die Viertelstunde - zu berechnen.»

Das ist nötig, damit die Anlage schnell reagieren und nötigenfalls anderen Strom aus dem Netz beziehen kann. Zum Beispiel, wenn die Sonne nicht scheint.

In der Baugenossenschaft «mehr als wohnen» in Zürich-Leutschenbach fliesst nun also der selbst produzierte Solarstrom in die fast 400 Wohnungen. Dieser deckt etwa einen Drittel des jährlichen Strombedarfs.

Nicht für alle geeignet

Das ewz hofft, dass mit dieser Neuerung nun viele Mieterinnen und Mieter auf den Geschmack kommen und sich für selbst produzierten Solarstrom interessieren. Für jedermann, räumt Rutz ein, dürfte das Angebot aber nicht in Frage kommen: «In der Stadt Zürich ist es nicht einfach, die alten Giebel-Dächer zur Stromproduktion zu nutzen.» Sie sind entweder zu steil oder nicht auf die Sonne ausgerichtet.