Wenn die Bauern sparen, spürt das Bucher Industries

Weniger Aufträge, kleinerer Umsatz und sinkender Gewinn: Der Maschinenbauer aus Niederweningen hatte im ersten Halbjahr zu kämpfen. Denn die Nachfrage im Kerngeschäft von Bucher Industries, den Landwirtschafts-Maschinen, nimmt ab. Und bereits kommen neue Herausforderungen auf den Konzern zu.

Ein Traktor mit rotem Pflug zieht Furchen in eine rotbräunliches Feld. Darüber ein hellblauer Himmel mit weissen Wolken. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Furchen im Feld, Gräben in der Rechung von Bucher Industries. Der Verkauf von Landwirtschaftsmaschinen stockt. Keystone

Zwischen Januar und Juni bestellten die Kunden Maschinen im Wert von 1,09 Milliarden Franken. Das entspricht einem Bestellrückgang von rund sechs Prozent. Der Umsatz ist um sieben Prozent gesunken auf 1,25 Milliarden Franken, wie Bucher Industries am Mittwoch mitteilte. Ebenfalls geringer fiel der Reingewinn aus – dort resultierte ein Minus von acht Prozent noch 73 Millionen Franken.

Der Hauptgrund für diese negative Tendenz: die schwächere Nachfrage nach Landwirtschaftsmaschinen der Kuhn Group. Diese Sparte macht mit 45 Prozent den grössten Teil des Konzernumsatzes aus.

Bereits im letzten Jahr lief das Geschäft im Ackerbau schlecht. Nun habe es im ersten Halbjahr 2016 auch die Milch- und Fleischwirtschaft getroffen, sagt Bucher-CEO Jacques Sanche. Tiefere Preise für Agrarrohstoffe und in der Folge sinkende Einkommen der Bauern drosselten die Investitionen in der Landtechnik.

Warmer Winter und fehlender Auftrag aus Russland

Negativ zu Buche schlugen auch die Zahlen der Division für Reinigungs- und Schneeräumungsfahrzeuge. Der sehr milde Winter in Europa machte dem Winterdienstgeschäft erneut zu schaffen. Zudem fehlte dieses Jahr ein Grossauftrag, wie er in der Vorjahresperiode eingegangen war: Damals lieferte Bucher der russischen Metropole Moskau Fahrzeuge im Wert von 30 Millionen Franken.

Ins Gewicht fielen auch Restrukturierungskosten für die Verlagerung der Kehrfahrzeugproduktion nach Lettland und Grossbritannien. Im Februar hatte Bucher angekündigt, ihre Kehrfahrzeuge künftig nicht mehr in der Schweiz herstellen zu wollen.

Trübe Aussichten wegen Brexit

Der Maschinenbauer blickt auch wenig hoffnungsvoll in die Zukunft. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern nicht mit einer konjunkturellen Belebung. Nach dem Brexit hätten sich die Unsicherheiten in der Euro-Zone weiter verstärkt, so Jacques Sanche.

Das Unternehmen passt deshalb seine Prognose für 2016 leicht nach unten an und geht neu von einem knapp gehaltenen Umsatz und einem leicht schlechteren Betriebs- und Konzernergebnis aus. Bisher hatte Bucher mit einem Umsatz und Konzernergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet.