Wenn die Steuerfüsse wieder in die Höhe klettern

Die meisten der rund 170 Gemeinden im Kanton Zürich haben ihre Budgets im Trockenen. Ein erster Überblick zeigt: Wie schon im Vorjahr erhöhen wieder zahlreiche Gemeinden die Steuern. Und auch die Verschuldung steigt.

Kümmert sich um die Fischenthaler Finanzen: SVP-Gemeinderat Herbert Müller. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kümmert sich um die Fischenthaler Finanzen: SVP-Gemeinderat Herbert Müller. SRF

Mitte Dezember haben 135 von 170 Gemeinden das Budget fürs kommende Jahr abgesegnet. Erstes Fazit: 36 Zürcher Gemeinden erhöhen die Steuern, 92 bleiben gleich, 7 senken den Steuerfuss. «Das sind etwa ähnliche Veränderungen wie in den Vorjahren. Aus unserer Sicht sind die Finanzen in den Zürcher Gemeinden in einem guten Zustand», bilanziert Heinz Montanari, der beim kantonalen Gemeindeamt für die Gemeindefinanzen zuständig ist.

Das heisst jedoch nicht, dass die Dörfer vom Säuliamt über das Weinland bis ins Tösstal finanziell auf Rosen gebettet sind. Einzelne Gemeinden erhöhen deshalb ihre Steuern massiv.

Beispiel: Fischenthal

Fischenthal im Tösstal, zum Beispiel, um 10 Prozentpunkte auf den Höchstsatz von 134 Prozent. «Nur so können wir eine solide Finanzbasis erreichen und unser Eigenkapital aufstocken», erklärt der Fischenthaler SVP-Finanzvorsteher Herbert Müller.

Der Antrag für die 10-prozentige Steuerfusserhöhung kam aber nicht vom Gemeinderat - einem reinen SVP-Gremium - sondern aus der Bevölkerung, notabene. Die Strategie dahinter: Dank dem Höchststeuersatz erhält Fischenthal mehr Geld aus dem kantonalen Finanzausgleich.

Massiver Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung

Eine Strategie, die man beim Kanton nachvollziehen kann. Was Heinz Montanari indes generell Sorgen macht, ist die zunehmende Verschuldung der Gemeinden. 2011 lag die durchschnittliche Verschuldung pro Einwohner bei rund 1600 Franken, bis Ende 2014 stieg sie auf über 2600 Franken. Dass die Gemeinden zurzeit mehr Fremdkapital aufnehmen, das liege wohl an der günstigen Zinssituation zurzeit, vermutet Montanari. Der Kanton behalte aber das Problem in Zukunft besonders im Auge.