Smarte Verkehrsbeleuchtung Wenn die Strassenlaterne mitdenkt

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) testen seit einem Jahr «die Strassenbeleuchtung der Zukunft»: Lampen messen das Verkehrsaufkommen und passen ihre Helligkeit an. Eine erste Bilanz zeigt: 30 Prozent der Energie konnten gespart werden. Und die Lampen bieten weitere Vorteile.

Eine Strasse in der Abenddämmerung mit vielen hellen Strassenlampen, die leuchten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hier stehen noch keine intelligenten Lampen, sie leuchten auch ohne Verkehr mit voller Kraft. Keystone

Die Digitalisierung macht auch vor der Strassenbeleuchtung nicht halt: Seit einem Jahr testen die EKZ eine neue Form der intelligenten Strassenbeleuchtung, das sogenannte verkehrsbeobachtende Licht.

Mit dieser Beleuchtung, die je nach Verkehrsaufkommen stärker oder schwächer wird, kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden – ohne Abstriche bei der Sicherheit. So lautet die Bilanz des EKZ-Pilotprojekts in Urdorf.

«  Weniger Verkehr, weniger Licht - mehr Verkehr, mehr Licht. »

Noël Graber
Mediensprecher EKZ

Und so funktioniert sie: Optische Sensoren messen das Verkehrsaufkommen und eine zentrale Steuerungseinheit regelt die Lichtstärke. Oder wie es Noël Graber, Mediensprecher der EKZ formuliert: «Es funktioniert nach dem Prinzip: Weniger Verkehr, weniger Licht – mehr Verkehr, mehr Licht.» Die Helligkeit verändert sich dabei fliessend und kaum wahrnehmbar. Die Beleuchtungsstärke liegt zwischen 100 und 40 Prozent.

Bei der Sicherheit wird nicht gespart

Nur bei den Fussgängerstreifen bleibt die Lichtintensität unverändert hoch bei 100 Prozent. «Bei der Sicherheit machen wir keine Kompromisse», begründet Graber diese Einschränkung. So sei es im Testjahr auch zu keinen Unfällen gekommen auf der rund ein Kilometer langen Strecke in Urdorf.

Und auch sonst fällt die Bilanz sehr positiv aus: Die Steuerung der Strassenbeleuchtung funktioniere sehr zuverlässig, und es konnte fast ein Drittel Energie gespart werden. Ausserdem reduzierten sich die Lichtimmissionen markant, was für die Anwohner mehr Komfort und höhere Lebensqualität bedeute.

Ob es sich lohnt, weiss die EKZ noch nicht

Obwohl das Fazit nach einem Jahr sehr positiv ausfällt: Bislang planen die EKZ nicht, weitere solche Strassenbeleuchtungen einzusetzen. Der Grund dafür ist das Geld. Noël Graber erklärt: «In der Anschaffung ist eine solche Lampe teurer. Dafür spart man 30 Prozent Strom.» Ob sich das langfristig für die EKZ rechne, hänge von der Lebensdauer und den Unterhaltskosten ab. Nach einem Jahr Testbetrieb sei es zu früh, um diese Faktoren beurteilen zu können.

Möglich wurde das Pilotprojekt zum einen durch technische Entwicklung, zum anderen durch die Überarbeitung der Norm für Strassenbeleuchtung. Neu lässt diese eine nächtliche Absenkung des Lichtniveaus abhängig vom Verkehrsfluss zu. Bisher war ein statischer Wert festgeschrieben, berechnet für starken Verkehr und sehr ungünstige Lichtverhältnisse.