«Wer sich wehrt, soll nicht unter die Räder kommen»

Der zuständige Stadtrat Andres Türler nimmt Stellung zu den Sexismus-Vorwürfen in einer Abteilung des Zürcher Elektrizitätswerks ewz.

Von den Sexismus-Vorwürfen sei er umgehend vom Direktor unterrichtet worden, sagt Andres Türler gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Für ihn sei es das erste Mal in seinem ganzen Berufsleben gewesen, dass er sich mit sexueller Belästigung habe auseinandersetzen müssen. «Da werden Sie hellwach».

Zu wenig Gründe für eine Kündigung

Der Vizedirektor des ewz räumte seinen Posten freiwillig. Gegenüber den anderen fehlbaren Mitarbeitern habe der Direktor Massnahmen angeordnet. So hätten diese zum Beispiel ein Coaching erhalten, auch seien die Zusammenarbeitsregeln weiter entwickelt worden. «Für eine Kündigung der fehlbaren Mitarbeiter gab es zu wenig Gründe, das haben Fachleute bestätigt.»

«Es tut mir persönlich leid»

Dass die leidtragenden drei Frauen nicht mehr beim ewz arbeiten, bedauert der Zürcher Stadtrat Andres Türler (FDP) persönlich. «Es soll nicht den Anschein erwecken, dass unter die Räder kommt, wer sich wehrt.» Unter Abwägung aller Fakten und Umstände seien die Anwälte der Frauen und das ewz jedoch zum Schluss gekommen, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Details zur Vertragsauflösung wollte Türler nicht bekannt geben.

Die erwähnten Vorfälle liegen bereits mehr als ein Jahr zurück. Die drei ewz-Mitarbeiterinnen erhoben im Sommer verschiedene Vorwürfe, worauf ewz-Direktor Marcel Frei eine Untersuchung betreffend sexistischem Verhalten und Diskriminierung einleitete. Ein Jahr später wurde dann ein vertraulicher Bericht erstellt. Darin wird festgehalten, dass «der Umgang mit weiblichen Mitarbeitenden nicht immer respektvoll und unbefangen ist», wie es in einer Mitteilung des ewz heisst. Eine klare Schuld wird jedoch niemandem zugewiesen.