Widerstand gegen neuen Autobahnzubringer im Knonaueramt

Naturschutzorganisationen wehren sich gegen eine neue Umfahrungsstrasse, welche die Gemeinden Obfelden und Ottenbach entlasten soll. Die Strasse gefährde ein schützenswertes Moor und eine Auenlandschaft, sagen die Kritiker. Der Kanton reagiert gelassen.

Visualisierung der Umfahrungsstrasse mit dem Moor direkt angrenzend auf der rechten Seite Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Moor «Bibelaas» würde direkt an die neue Umfahrungsstrasse angrenzen. ZVG Kanton Zürich

Die Einsprachefrist für die geplante Umfahrungsstrasse läuft morgen Donnerstag ab. Die Zürcher Baudirektion nimmt deshalb noch nicht konkret Stellung zur angekündigten Einsprache von Pro Natura und Birdlife Zürich. Mediensprecher Dominik Bonderer verweist aber auf die Umweltverträglichkeitsprüfung, welche dem Strassenprojekt gute Noten gegeben habe. «Wir sind deshalb zuversichtlich, dass das Projekt die Ansprüche erfüllt.»

Kanton müsste Pufferzone definieren

Die Naturschutzorganisationen geben sich damit nicht zufrieden. Sie fordern seit Jahren vom Kanton, dass dieser eine Pufferzone um das angrenzende Moor definiert. Das verlangte bereits ein Gericht vor 20 Jahren. Trotzdem sei bis zum heutigen Tag nichts passiert, bemängelt der Geschäftsleiter von Pro Natura, Andreas Hasler: «So wissen wir bis heute nicht, ob es in diesem Gebiet überhaupt Platz hat für eine Strasse.»

Das Moor mit dem Namen «Bibelaas» sei ausserdem nicht bloss ein Moor, sondern auch eine Auenlandschaft und ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, fügt Hasler an. Die Zürcher Baudirektion wird in einem nächsten Schritt alle Einsprachen sichten und dann entscheiden, ob sie ihr Projekt anpassen möchte. Hält sie an der aktuellen Strassenführung fest, dürfte die Umfahrung Obfelden/Ottenbach ein Fall für das Gericht werden.