Wie der Kanton Zürich den Ärztemangel bekämpft

Die Universität Zürich erhält 72 zusätzliche Studienplätze in der Medizinischen Fakultät. Dies hat der Zürcher Regierungsrat beschlossen. Möglich wurde diese Erhöhung dank der Zusammenarbeit mit anderen Kantonen.

In Schweizer Spitälern und Praxen arbeiten viele ausländische Ärztinnen und Ärzte – die Universitäten bilden zu wenige Mediziner aus, um die Bevölkerung versorgen zu können. Aus diesem Grund hat der Kanton Zürich seine Medizinstudienplätze bereits seit 2007 schrittweise um 100 Plätze erhöht. Nun kommen weitere 72 Plätze dazu. «Das Ziel ist, dass wir schlussendlich mehr Medizinabschlüsse haben», sagt die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner.

Vor kurzem hat der Bund ein Sonderprogramm gestartet, um gegen den Ärztemangel zu kämpfen. Er will zwischen 2017 und 2020 zusätzlich 100 Millionen Franken in die Ärzteausbildung investieren. Darin wolle sich Zürich beteiligen, so Steiner: «Das geht über eine schlichte Studienplatzerhöhung hinaus. Wir wollen auch eng mit anderen Kantonen zusammenarbeiten.»

In Zürich anfangen, woanders abschliessen

Und so funktioniert diese Zusammenarbeit: Der Kanton Zürich baut die Medizingrundausbildung (Bachelor-Stufe) um 72 Plätze aus. Ihren Master machen die Studierenden dann aber nicht unbedingt in Zürich, sondern auch in St. Gallen, Luzern oder im Tessin.

Der Bund soll sich an den Kosten für die zusätzlichen Studienplätze beteiligen. So hofft Silvia Steiner, dass die Umsetzung bis 2019 kostenneutral erfolgen kann. Danach dürfte der Kanton jährlich zusätzlich 9.5 Millionen Franken dafür ausgeben.