Wie die Buchhandlung in Egg im Dorf bleibt

So kann es nicht weitergehen: Nachdem in Egg bereits die Bäckerei und das Elektrogeschäft aufgegeben haben, schliesst nun auch die Buchhandlung. Doch engagierte Leserinnen und Leser aus Egg wagen einen Neuanfang.

Es ist klein und charmant, das Ladenlokal von Dorothee Neubauer. Viel Licht und ein Boden, der manchmal knarrt. Vor 20 Jahren hatte sie das Lokal gefunden und wusste sogleich: Das ist es. Sie wagte den Sprung ins Abenteuer und eröffnete ihre Buchhandlung «Pfannenstiel».
Sie kannte ihr Kundinnen und Kunden, kannte ihre Vorlieben und pflegte Schriftsteller aus der Region.

«  Mein Motto war: Lesen ist reisen im Kopf. »

Dorothee Neubauer
Besitzerin der Buchhandlung Pfannenstil

Es war eine wunderschöne Aufgabe, sagt die 64-Jährige heute. Aber es wurde schwierig. Als 2007 die Buchpreisbindung aufgehoben wurde, musste sie neu rechnen. Vor zwei Jahren dann kam der starke Franken dazu: Ihr Lager war auf einen Schlag 20 Prozent weniger wert. Sie habe jeden Franken zweimal umgedreht, aber es habe nichts genützt. Nur noch draufzahlen, das könne es ja nicht sein. Darum entschied sie sich, die Buchhandlung aufzugeben.

Verschiedene Leseratten aus Egg wollten dies nicht einfach so hinnehmen. Sie schlossen sich zu einer Genossenschaft zusammen um zu verhindern, dass es in Egg keine Buchhandlung mehr gibt.

«  Nachdem immer mehr Läden zu gingen erschrak ich und fand: Wir müssen Gegensteuer geben.  »

Andreas Gantenbein
Mitbegründer der neuen Buchhandlung Buchzeichen

Viele Eggerinnen und Egger unterstützen die Idee der Genossenschaft «Buchzeichen». In den ersten drei Wochen wurden bereits über 70 Genossenschaftsscheine gezeichnet. Man müsse ein pfiffiges Konzept haben, sagen die Initianten, ein Kaffee gehöre dazu, eine Lese-Ecke. Und die Gruppe ist optimistisch, dass sie bis zum 1. Oktober das notwendige Startkapital zusammenbringt. Diese neue Art von Buchläden entspreche einem Trend, beobachtet Daniel Landolf, Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands. Begegnungsorte, Kulturveranstalter – das brauche es doch noch, auch in kleineren Gemeinden.