Wie GF trotz starkem Franken den Gewinn steigern konnte

Der Schaffhauser Georg Fischer-Konzern (GF) hat 2015 ein durchzogenes Geschäftsjahr erlebt. Die Anzahl Bestellungen gingen zurück und GF erzielte auch weniger Umsatz als im Vorjahr, vor allem wegen des starken Frankens. Trotzdem schreibt der Industriekonzern einen Gewinn.

Ein Arbeiter in einem Schweizer GF-Werk bei einer Montagearbeit Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die GF-Angestellten in Schweizer Werken mussten für den gleichen Lohn länger arbeiten, nun werden die Aktionäre belohnt. Keystone

Den Reingewinn hat Georg Fischer im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 198 Millionen Franken gesteigert. Der Betriebsgewinn (EBIT) konnte gar um acht Prozent erhöht werden auf 296 Millionen Franken. Die Gewinnsteigerung habe vor allem dank eines Liegenschaftenverkaufs erzielt werden können, teilte die Unternehmsspitze an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich mit. Die Geschäftsleitung beantragt deshalb, den Aktionären eine leicht höhere Dividende von 18 (statt 17) Franken pro Aktie auszubezahlen.

Mehr Arbeit zum gleichen Lohn

Dabei war 2015 ein schwieriges Jahr für GF. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 3,64 Milliarden Franken zurück. Währungsbereinigt hätte ein leichtes Plus resultiert. Doch auch die Aufträge gingen zurück, nämlich um 4,5 Prozent. Dank eines starken zweiten Halbjahres habe das Geschäftsjahr dann besser geendet, als es begonnen habe, heisst es in der Mitteilung.

Wegen der Aufwertung des Schweizer Frankens hatte Georg Fischer 2015 vorübergehend die wöchentliche Arbeitszeit in den Schweizer Werken auf durchschnittlich 44 Stunden erhöht. Konzernchef Yves Serra bedankte sich am Dienstag denn auch ausdrücklich bei ihnen. Sie hätten GF die nötige Zeit gegeben, um auf den Frankenschock reagieren zu können.

«  Das Herz von GF ist in der Schweiz. »

Yves Serra
CEO Georg Fischer

Seit Anfang 2016 gilt in Schweizer GF-Werken wieder die Normalarbeitszeit. Die Aufwertung des Frankens habe trotz allem einen negativen Einfluss gehabt, wobei die grösste Division Piping Systems am stärksten litt. Der Schaffhauser Industriekonzern möchte sich in den kommenden Jahren deshalb noch stärker auf die aussereuropäischen Märkte konzentrieren.

Yves Serra betonte gleichzeitig das starke Bekenntnis von Georg Fischer zum Standort Schweiz: «Das Herz von GF ist in der Schweiz. Das heisst auch, dass die Forschung und Entwicklung hier bleiben aber auch die Kernkomponenten.»

Wirtschaftliches Umfeld bleibt anspruchsvoll

Für das Geschäftsjahr 2016 stellt GF ein Ergebnis «im Rahmen der strategischen Ziele 2016 bis 2020» in Aussicht. Das wirtschaftliche Umfeld werde anspruchsvoll und unbeständig bleiben. Die im zweiten Semester aufgekommenen Wachstumsimpulse stimmten aber zuversichtlich. Die Auftragsbestände sowohl bei der Sparte Automotive als auch bei Machining Solutions lägen auf hohem Niveau. Auch der Ausblick auf China bleibe trotz der allgemeinen Verunsicherung «vielversprechend».