«Wir haben nicht zeigen können, dass es Satire ist»

Die Köppel-Aktion des Künstlers Philipp Ruch am Theater Neumarkt hat für einen Aufschrei gesorgt und eine Debatte lanciert. Theaterdirektor Peter Kastenmüller übt Selbstkritik. Die Internetaktion sei zu persönlich gegen SVP-Nationalrat Roger Köppel gerichtet gewesen.

Die Situation sei sehr schnell aus dem Ruder gelaufen, sagt Peter Kastenmüller, Direktor des Theaters am Neumarkt. Die Reaktion des Publikums auf die Internetseite hätte gezeigt, dass der Aktionskünstler Philipp Ruch die Grenzen überschritten habe. Das Theater habe es nicht geschafft, den Rahmen für diese Aktion abzustecken. Das sei fahrlässig gewesen, weil der satirische Charakter der Aktion nicht klar geworden sei.

Der mediale und politische Aufschrei hätte keine Chance mehr gelassen, die Aktion doch noch als Satire verständlich zu machen, sagt Kastenmüller weiter. Deshalb habe die Theaterleitung zusammen mit den Aktionskünstlern eine Lösung erarbeitet. Die Theaterleitung stoppte am Freitagabend die Aufführung nach 15 Minuten. Damit habe sich das Theater klar positioniert und Grenzen gezogen.

Eine Einladung mit Folgen

Im Rahmen des Festivals «Krieg und Frieden» lud das Theater Neumarkt den Polit-Künstler Philipp Ruch vom «Zentrum für Politische Schönheit» ein. Dieser nahm sich des Politikers und Weltwoche-Verlegers Roger Köppel auf sehr umstrittene Weise an. Seit langem ist nicht mehr so ausführlich über eine Kunst-Aktion berichtet und gestritten worden wie über die Performance von Philipp Ruch. Ausgestanden ist die Aktion für das Theater aber noch nicht. Politische Vorstösse fordern, dass dem Theater die Subventionen gestrichen werden.