«Wir sehen es den Velos an, wenn sie lange nicht bewegt werden»

Wenn ein Velo in der Stadt Zürich mehr als einen Monat auf öffentlichem Grund parkiert ist, dann wird es abtransportiert, repariert und verkauft. Und zwar auch, wenn es vor der eigenen Haustüre steht. Staatlich legitimierter Diebstahl? Nein, sagt die Stadt, das sei nötig wegen der Abstellplätze.

Ein Velo hängt an einem Zaun. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch aufhängen nützt nichts: Nach einem Monat werden die Velos abtransportiert. Keystone

Der Kreidestrich ist das letzte Warnsignal. Damit markiert Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) jene Velos, die zu lange am selben Platz stehen. Wenn das Velo mit Strich nach einem Monat noch nicht bewegt worden ist, wird es vom ERZ abtransportiert.

Das ERZ kontrolliert Plätze und Trottoirs der Stadt, erhält Meldungen von der Polizei, aus den Quartieren oder von der SBB. Und es kann auch vorkommen, dass das Velo auf dem Trottoir vor dem Haus steht und vom ERZ eingesammelt wird.

Nur acht Prozent werden wieder abgeholt

Wie also kann das ERZ sicher sein, dass das Velo nicht benutzt und wieder am selben Platz abgestellt wurde? «Wir sehen den Velos an, wenn sie einen Monat lang nicht bewegt werden», sagt Sprecherin Karin Lehmann gegenüber dem «Regionaljournal». Ausserdem würden die Velos mit Marke, Fundort und Aussehen erfasst. «Wenn also jemand sein Velo bei der Polizei als vermisst meldet, dann sieht man, dass es bei uns ist.» Für 50 Franken kann es dann wieder abgeholt werden.

Das passiert aber nur in den wenigsten Fällen. 3300 Velos sammelt das ERZ jährlich ein, nur etwa 150 werden zurückverlangt. Wenn das ERZ nach drei Monaten keine Vermisstmeldung erhalten hat, werden die Velos repariert und verkauft.